Es war kurz vor der Mittagszeit, als an einem Freitag im vergangenen April zwei Bankräuber in die UBS-Filiale Ahornhof beim Spalenring in Basel eintraten: Erbeutet haben sie indes nichts, und einer von ihnen stand wegen des Überfalles am Montag vor dem Basler Strafgericht.

Einen Tag zuvor war der 32-jährige Italiener aus Catania mit Easyjet in die Schweiz gekommen, gemeinsam mit einem Mittäter. Übernachtet haben sie in einer Wohnung an der Holeestrasse, am Tag darauf fuhren sie schliesslich mit einem gestohlenen Roller zum Spalenring. Der 32-jährige verkleidete sich mit Perücke, Schal, Mütze und Sonnenbrille, ging in die Bank und schnurstracks auf den Lehrling in der Kundenzone zu. Sein Mittäter hingegen stand am Eingang Schmiere.

Doch der offenbar dilettantisch vorbereitete Überfall ging schief: Die Tresorschubladen in der Kundenzone liessen sich mit Gewalt nicht öffnen, und auch verbale Drohungen wie Schläge auf den Hinterkopf des Lehrlings fruchteten nichts: Er wusste zwar den Code für die Tresorautomaten, doch eine Zeitsperre verhindert die Entnahme grösserer Barbeträge in kurzer Zeit.

Nachdem ein anwesender Kunde die Bank verlassen konnte und ein weiterer Kunde plötzlich mutig auf den Räuber zuging, flüchteten die beiden Männer. Der 32-Jährige wurde von Passanten gestellt und sitzt seither in Haft, vom Mittäter hingegen fehlt bis heute jede Spur.

Hat Täter unter Zwang gehandelt?

Vor Gericht gab der Mann alles zu, betonte aber immer wieder, der Andere habe ihn zum Überfall gezwungen. Eigentlich habe er nach Spanien arbeiten gehen wollen, doch er habe sich nach Basel locken lassen und sei dann in der Falle gesessen. Auch habe er Kokain konsumiert und sei beim Überfall nicht mehr klar im Kopf gewesen. "Mich ergriff die Panik. Ich versuchte mehrmals, die Schublade aufzumachen", schilderte er den Überfall. Dass er den Lehrling so drangsaliert habe tue ihm leid. "Aber ich glaube ich hatte mehr Angst als er".

Das Gericht nahm ihm sein Argument, er habe unter Zwang gehandelt allerdings nicht ab. "Das Gericht hatte das Gefühl sie haben die Tat hier verharmlost, vor allem wollten sie ihrem Mittäter die führende Rolle zuschieben. Sie haben sich die ganze Zeit über als Opfer dargestellt", meinte Gerichtspräsident Marc Oser. Der Angeklagte ist durchaus erfahren: In Italien ist er schon zweimal wegen Raubes verurteilt worden, die letzte Verurteilung liegt allerdings acht Jahre zurück. Damals sass er drei Jahre im Gefängnis. Dazu meinte er kleinlaut, er habe damals lediglich Schmiere gestanden.

Das Dreiergericht verurteilte ihn wegen des Überfalls zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre unbedingt gefordert, der Verteidiger 14 Monate auf Bewährung. Er kann das Urteil noch weiterziehen.