Die Kunstplattform Artsy hält Elena Filipovic für eine valable Kandidatin, künftig in einem Ableger des New Yorker Museum of Modern Art, kurz MoMA, in Queens die Fäden zu ziehen. Und das allein ist eine Ehre, denn das Kunstportal aus den USA hat eine globale Ausstrahlung.

Ausgangslage ist der Abgang von Klaus Biesenbach, der künftig das Museum of Contemporary Art in Los Angeles führen wird. Er gehört zu den einflussreichsten Leuten im Kunstbetrieb, hat in den 1990ern die Berlin Biennale gegründet und im neuen Jahrtausend mit seiner Arbeit im MoMA weltweit für Gesprächsstoff gesorgt, man denke etwa an die Aktionen mit Marina Abramovic.

New York blickt nach Basel

Biesenbach hatte zwei Jobs inne im MoMA, war er doch nicht nur Chefkurator im traditionsreichen Haus in Manhattan, sondern auch Direktor des jüngeren Ablegers MoMA PS1 im Stadtteil Queens.

Und für diese Kunsthalle käme gemäss Artsy nebst drei Kandidatinnen und einem Kandidaten auch Elena Filipovic infrage, die Amerikanerin, die seit 2014 im Dienste des Basler Kunstvereins steht. Sie habe die Kunsthalle «zu einer der meistbeachteten Institutionen für zeitgenössische Kunst gemacht», heisst es. Unter Filipovic sei die Kunsthalle Basel zu einem der zuverlässigsten Orte Europas geworden, was die Präsentation der nächsten Kunststars angehe.

Die Argumente lesen sich wie ein Kompliment. Und dieses nimmt Filipovic gerne entgegen. «Ich fühle mich geschmeichelt, dass unsere Arbeit hier über die Schweiz hinaus wahrgenommen wird», sagt Filipovic auf Anfrage der bz. Dass sie in den Augen von Artsy eine ideale Kandidatin fürs MoMA PS1 ist, sorgt für ein Gerücht, das sie nicht weiterverbreiten möchte. «Wenn das Programm der Kunsthalle tatsächlich so Eindruck macht, dann sicher auch weil ich mich gerade hier sehr wohl fühle. Ich bin gut aufgehoben in dieser kunstbegeisterten Stadt», erklärt Filipovic und reicht Anerkennung und Dank an Basel weiter.

Trotz des Dementi, dass da was dran sei: Filipovic’ Arbeit sorgt für Aufsehen. Und dass die Kunsthalle ein Karrieresprungbrett sein kann, weiss man in Basel. Ihr Vorgänger Adam Szymczyk war von der Kasseler Documenta abgeworben worden.

Die nächste Gelegenheit, sich ein Bild von Filipovic’ Arbeit zu machen, ergibt sich an der Vernissage vom 30. August (19–22 Uhr). Die Kunsthalle zeigt Arbeiten des Russen Sanya Kantarovsky und der bulgarischen Künstlerin Zhana Ivanova.