Eisbahn

Doch eine Kunschti in der Stadt: Markthalle erhält Plastik-Eisfläche

Ab Anfang Januar können die Basler Schlittschuhfans während fünf Wochen in der Markthalle über das Eis gleiten.

Ab Anfang Januar können die Basler Schlittschuhfans während fünf Wochen in der Markthalle über das Eis gleiten.

Basels Innenstadt bekommt diesen Winter doch eine Kunschti – und zwar unter der Kuppel der Markthalle. Das Besondere daran: Es wird eine Fläche aus synthetischem Eis ausgelegt. Ob die umweltfreundliche Kunschti ein Modell für die Zukunft ist, wird sich noch zeigen müssen.

Schlittschuhfahren in Basels Innenstadt. Was im vergangenen Winter im Innenhof des Kunstmuseums oder vor dem Restaurant Kunsthalle beim Tinguely-Brunnen möglich war, sollte den Baslern dieses Jahr nicht vergönnt sein. Über das Eis gleiten können passionierte Läufer diesen Winter einzig auf der Kunschti Margarethen oder beim Eglisee. So hiess es zumindest Anfang Oktober. Jetzt sieht die Lage anders aus: Die Markthalle möchte ab Januar Eisläufer und Hockeyspieler unter ihre Kuppel locken.

Das schabende Kratzen der Kufen, vom Bremsen spritzende Eissplitter und hauchfeine Spuren, die einen auf dem Eis verfolgen, wird es allerdings dort nicht geben. Die Kunsteisbahn wird - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Kunst-Eisbahn, besteht die Fläche doch aus synthetischem Eis. Kunststoffplatten werden ähnlich wie Parkett zu einer Fläche zusammengefügt, erklärt Christian Steg, Geschäftsführer von Green Ice. Seit vier Jahren stellt die Firma aus Laufen synthetische Eisbahnen her.

«Gefühl auf Plastik ist dasselbe»

Für diese Eisfläche spricht, dass sie ökologisch sinnvoll ist. Sie muss nicht gekühlt werden, braucht also keinen Strom. Und: «Das Gefühl, wenn man über die künstliche Eisfläche gleitet, ist dasselbe, wie auf Richtigem.» Man müsse keine anderen Schlittschuhe anziehen und: «Hockeyspieler und Eiskunstläufer können darauf trainieren», ist Steg überzeugt.

Auf dem Basler Sportamt schätzt man die Idee des synthetischen Eises. «In Sachen Kunsteisbahnen müssen wir uns aus ökologischer Sicht Überlegungen machen und ich begrüsse die Entwicklung einer Eisbahn aus Plastikeis», betont Sportamt-Leiter Peter Howald. Anders als Steg ist dieser jedoch überzeugt, dass die heutigen Kunststoffplatten für den organisierten Sport qualitativ noch nicht ausreichen.

Diese Meinung vertritt denn auch Reto Waldmeier, Juniorentrainer des Basler Eishockey-Klubs EHC Basel. «Synthetisches Eis ist als Zusatz zum richtigen Eis sicherlich eine gute Idee.» Für Sommertraining unter anderem eigne es sich. Aber es ersetze gefrorenes Eis keinesfalls. «Man braucht eine andere Technik, um darauf zu gleiten. Vorwärtsfahren funktioniert beinahe gleich, zum Rückwärtsfahren benötigt man mehr Kraft.» Und auch für den Goalie gebe es Probleme; dieser könne nicht auf den Knien hin und her schleifen.

Christian Steg von Green Ice führt aus, seine Plastikeisbahnen verkaufe er weltweit. Er habe schon nach Deutschland und jüngst sogar Russland geliefert. «In der Schweiz läuft der Vertrieb schwer», gibt er zu. Dass in Basels Innenstadt dieses Jahr keine Kunschtis aufgebaut werden, sieht Steg als Chance, hier die ökologische Eisfläche unter die Leute zu bringen.

Sportamt testet Eis in Markthalle

Die Strategie könnte aufgehen, denn Howald vom Sportamt wird im Januar den Weg in die Basler Markthalle auf sich nehmen und die künstliche Eisbahn testen, wie er sagt. Doch selbst wenn das synthetische Eis einmal die angeforderte Qualität erlangt: «Wir können den Sportverbänden keine Auflagen machen, dass ihre Schlittschuhläufer auf Plastikeis trainieren müssen. Das müssen die Klubs selber entscheiden.»

Kunschti in der Markthalle ab 6. Januar

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