Herr Walliser, Sie übernehmen interimistisch die Sanität. Werden Sie kurzfristige Massnahmen treffen?

Dominik Walliser: Die grosse Änderung sind die heute vorgestellten personellen Massnahmen zur Entkrampfung. Ich bin überzeugt, dass mit diesen Massnahmen eine neue Dynamik und eine andere Gesprächskultur einkehren wird. Ich werde versuchen, eine Nähe zu den Mitarbeitern herzustellen, um gemeinsam mit ihnen jenes Ende zu erreichen, das wir alle gerne hätten.

Und welches Ende ist das?

Wir wollen eine solide Grundlage schaffen, damit wir alltägliche Probleme im Dialog miteinander angehen können. Es soll nicht mehr in regelmässigen Abständen zu solchen Eklats kommen.

Ist das ein Aufruf an die Mannschaft der Sanität?

Das ist ein Aufruf an alle. Es ist ein Aufruf an die Führung, die Mannschaft zu spüren und ernst zu nehmen. Umgekehrt ist es auch ein Aufruf an die Mannschaft, sich konstruktiv einzubringen. Die anstehenden Herausforderungen können wir nur gemeinsam angehen.

Der GPK-Bericht forderte auch ihre Absetzung. Was sagen Sie dazu?

Es ist nicht an mir, diesen Bericht zu kommentieren. Für mich steht die sachliche Problemlösung im Vordergrund. Mir mich relevant ist die Einschätzung meines Chefs, was meine Arbeit angeht.

Ihr Chef Baschi Dürr hat Ihnen jetzt öffentlich den Rücken gestärkt.

Das habe ich ganz deutlich auch so empfunden. Ich habe ihn nie anders erlebt. Er ist sehr kritisch, aber auch offen, ehrlich und transparent. Diese Art schätze ich sehr.

In der Sanität sind Sie umstritten. Jetzt übernehmen Sie diese - zumindest interimistisch. Kann das nicht zu einer weiteren Eskalation führen?

Selbstverständlich wird sich die Situation nicht über Nacht vollständig beruhigen, egal wer die interimistische Leitung hätte. Ich glaube, dass ich einen guten Draht zur Basis habe. Ich habe das in diversen Gesprächen auch schon signalisiert bekommen.

Was muss der neue Chef der Sanität mitbringen?

Er muss ein offenes Ohr haben für die Anliegen der Mitarbeiter und sie in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen. Auch er wird aber nicht darum herum kommen, Entscheide zu fällen, mit denen er sich nicht nur Freunde macht. Das wird die zweite Herausforderung sein: Er muss getroffene Entscheide so der Mannschaft vermitteln, dass diese sie nachvollziehen und dahinter stehen können.