Winterwetter
Draussen eiskalt, drinnen kuschelig warm: IWB und BVB trotzen der Kälte

Der Energieversorger IWB ist sicher, dass die Ressourcen in Basel trotz kalten Temperaturen ausreichen. Im ÖV könnte es derweil allerdings zu Störungen kommen.

Rahel Koerfgen
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Ende Woche kann es in der Nacht bis zu minus 12 Grad kalt werden. (Symbolbild)

Ende Woche kann es in der Nacht bis zu minus 12 Grad kalt werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Als Kältekammer kann Basel definitiv nicht bezeichnet werden. Selten kommt es vor, dass das Thermometer unter null Grad fällt – konstant über mehrere Tage sowieso nicht. Aber es gibt sie, diese Kälteperioden, etwa jene vor genau 55 Jahren, als die Basler mehr als zwei Wochen am Stück schlotterten. Das Thermometer sank damals in der Stadt auf minus 21 Grad. Der absolute Kälterekord aus der jüngeren Geschichte der Stadt datiert vom 12. Januar 1987: An jenem Morgen froren die Baslerinnen und Basler bei minus 23,3 Grad.

Derart kalt wird es in den kommenden Tagen nicht, aber es geht in die Richtung. Ende Woche fällt das Thermometer gemäss Wetterportalen auf minus 12 Grad in der Nacht, starken Schneefall gab es bereits am Donnerstag.

Dies stellt den Basler Energie- und Wasserversorger IWB vor Herausforderungen. Sprecher Reto Müller sagt auf Anfrage, man lege vor kalten Tagen ein Augenmerk auf Baustellen: «Hier liegen Wasserleitungen offen. Damit sie nicht gefrieren, isolieren wir diese punktuell oder stellen einen steten Durchfluss sicher.» Bei Leitungen im Boden bestehe die Gefahr des Zufrierens nicht.

Bei Kälte wird Wärme mit Erdgas produziert

Wenn es draussen derart kalt ist, wird drinnen umso mehr geheizt. Sorgen darüber, dass die Ressourcen nicht ausreichen und gewisse Heizungen kalt bleiben könnten, zerstreut Müller: «Es sind auch für längere Kälteperioden genügend Ressourcen vorhanden und die Anlieferlogistik ist sichergestellt. Die Produktionsanlagen sind so ausgelegt, dass sie auch Spitzenlasten tragen.» Man könne zusätzliche Leistung zuschalten, beispielsweise im Heizwerk Bahnhof oder im Fernheizkraftwerk Volta.

Als Energieträger dient der IWB einerseits der Abfall in der Kehrichtverbrennungsanlage, andererseits Holz in den beiden Holzkraftwerken. «An kalten Tagen können wir zusätzlich Wärme mit Erdgas produzieren,» so Müller. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der Anlagen und Versorgungsnetze sei relativ klein, da diese regelmässig gewartet würden. Er betont: «Die Versorgungssicherheit der Basler Netze ist im schweizweiten Vergleich sehr gut.»

Spezielle Trams überprüfen die Fahrleitungen

Im Netz der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) könnte es in den kommenden Tagen durchaus zu Störungen kommen. Bei Schneefall oder Eisregen sollten die Fahrgäste unbedingt mehr Reisezeit einberechnen, sagt Sprecherin Sonja Körkel: «Schneefall führt zu vermehrten Störungen beim Individualverkehr. So kann es zu Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen bei den Tram- und Buslinien kommen.» Insbesondere Busse könnten bei Schnee auch selbst betroffen sein. «Die Geschwindigkeit muss den Witterungsverhältnissen angepasst werden.»

Wenn es schneit und bitterkalt ist, sind Mitarbeiter der BVB vermehrt präventiv unterwegs. Mittels eines laut Körkel speziellen Trams werden die Fahrleitungen respektive -drähte regelmässig überprüft, um Vereisungen zu verhindern. «Die Fahrleitungen werden dabei mit einer Glycerin-Mischung versehen, damit das Wasser darauf weniger gut gefrieren kann.»

An exponierten Stellen lässt sich ein Vereisen der Leitungen nicht verhindern.  

(Quelle: Sonja Körkel, Basler Verkehrs-Betriebe (BVB))

Der Einsatz des Trams sei allerdings nur möglich, wenn die Witterungsbedingungen stimmen. Sprich: Wenn es weder schneit noch regnet noch windet. Folglich könnte eine richtig miese Wettersituation, wie sie jetzt bevorsteht, für Störungen im ÖV sorgen: «An exponierten Stellen, etwa der Wolfsschlucht, dem Jakobsberg oder dem Abschnitt Muttenz-Pratteln lässt sich ein Vereisen der Leitungen nicht verhindern», so Körkel.

An den Trams selbst sollten indes keine Störungen auftreten. Das Einfrieren der Luftleitungen, wie es früher oft vorkam, ist laut Körkel kein Thema mehr. «Altfahrzeuge, die Luftbremsen haben, wurden entsprechend umgerüstet.» Sie warnt derweil vor Eisglätte bei den Haltestellen, da es dort rutschig werden könne. Obschon diese gemäss Körkel bei Schnee und Eis regelmässig geräumt werden.

Rutschgefahr bei den Giraffen

Rutschgefahr droht in diesen Tagen übrigens nicht nur Menschen, sondern auch Tieren. Besonders den Giraffen im Zolli, die eine bis zwei Stunden draussen verbringen, wie Sprecherin Tanja Dietrich sagt: «Bevor sie die Aussenanlage betreten, wird geprüft, ob es keine Eisflächen hat.» Wenn es sehr lange sehr kalt bleibe, müsse man in manchen Gewässern das Wasser ablassen, damit keine stabilen Eisflächen entstehen.

Die Kälte stelle indes für nahezu alle Tiere im Zolli kein Problem dar, Schnee mögen sogar die meisten, so Dietrich. «Selbst Kängurus gehen zwischendurch raus.» Es gebe geheizte Ställe für Tiere, die das brauchen. Bei den Löwen und Geparden seien zudem Flächen unter und auf den Felsen beheizt.