Sandiger Boden, offene Bachläufe und ein grossräumiges Gehege: Den drei neuen Wisentdamen im Tierpark Lange Erlen fehlt es an nichts. Gestern bei der Eröffnungsfeier betraten die Tiere erstmals die neue Anlage, die extra für sie gebaut wurde. Anfangs noch zaghaft, aber dann immer neugieriger erkundeten sie ihr neues Zuhause. Angst vor Besuchern schienen sie keine zu haben, denn die Tiere trauten sich auch bis ganz nah an den Zaun.

Bereits nach wenigen Minuten schienen sie sich so wohl zu fühlen, dass sich einer der Wisente sogar auf den Boden legte und genüsslich im Sand wälzte. Vereinspräsident Carlos Methner glaubt, dass die Tiere bei den Besuchern der Lange Erlen gut ankommen werden. «Ich bin überzeugt, dass die Wisente schnell zur neuen Hauptattraktion werden könnten.»

Die Neuzuzügler stammen aus dem Tierpark Langenberg bei Zürich und sind seit Ende August im Tierpark in Basel. Nun sollen sie sich im neuen Gehege einleben. Darin dominiert bisher eine künstliche Nagelfluh-Mauer, es sollen aber noch Pflanzen hinzukommen. Hinter der grossen Aussenlage befinden sich Stallungen, in denen sich die Wisente zurückziehen und auch mal Zuflucht vor neugierigen Besucherblicken suchen können.

Rückkehr des Wisents

Einst war der Wisent hier im Raum Basel heimisch, wurde dann aber durch das Bevölkerungswachstum verdrängt. Mit den drei Wisentdamen möchte der Tierpark «Lange Erlen» die Art zu uns zurückholen. Auch Nachwuchs ist geplant, denn in einem Jahr soll das Trio durch einen Bullen ergänzt werden.

Nebst der Wisent-Anlage wurde gestern auch der neue Betriebshof eingeweiht. Dort steht jetzt eine Tierstation, in denen kranke oder verletzte Tiere von einer Tierärztin gepflegt werden können. Ausserdem gibt es eine Futterküche sowie Unterkünfte für die Tierpfleger in den Gebäuden rund um den grossen Innenhof. Nun muss bloss noch gezügelt und der neue Betriebshof eingerichtet werden.
Zusammen mit der Wisent-Anlage ist der Neubau des Betriebshofs das grösste Projekt, in das der Tierpark Lange Erlen seit seiner Entstehung 1871 investiert hat. Rund sechs Millionen Franken kostete das ganze Vorhaben. Es wurde ausschliesslich durch Sponsoren finanziert.

Zwei neue Zwergesel

Seit Mitte August sind auch die beiden Zwergesel «Gilberte» und «Stineli» im Tierpark. Sie sind die Nachfolger der Poitou-Eselstute Amélie, die kurz zuvor eingeschläfert werden musste. Aufgrund eines erhöhten Risikos an Fehlbildungen möchte der Tierpark Lange Erlen die Poitou-Zucht nicht weiter fördern. Die Stute «Bonita» wurde deswegen nach Goldau in den dortigen Tierpark gegeben, einzig die bereits ältere Poitou-Dame «Tina» darf bleiben und bekommt im Park ihr Gnadenbrot.
Besucher können die Wisent-Anlage sowie den neuen Betriebshof heute Samstag anlässlich des «Pro-Specia-Rara-Buuremärt» besichtigen. Dieser findet von 10 bis 17 Uhr im Erlebnishof statt. Nebst den Führungen zu den Pro-Specie-Rara-Tieren wird es dann auch solche durch die neue Wisent-Anlage und das Betriebsgebäude geben.