Europa League
«Drei Gegentore in 10 Minuten dürfen gegen Chelsea nicht passieren»

1:3 gegen Chelsea: Für den FC Basel ist der Traum vom Final in der Europa League vorbei. Das Team müsse aus den Fehlern lernen, sagt Trainer Murat Yakin. Drei Gegentore innerhalb von zehn Minuten dürften nicht passieren, sagt Goalie Yann Sommer.

Markus Brütsch, London
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Trainer Murat Yakin sagt Tschüss - zumindest für diese Saison.
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Das Ende: Die Basler verabschieden sich aus Europa.
Und schon wieder David Luiz: Wie schon in Basel schoss er auch in London das letzte Tor.
Basler Fans zünden leuchten - der Funken sprang nicht auf die Spieler.
Chelsea jubelt, Fabian Schär ist bitter enttäuscht.
Und nochmals Fabian Schär. Der Traum vom Final in der Europa League ist ausgeträumt.
«Maskenmann» Fernando Torres leitete den Basler Untergang ein. Er trifft in der 48. Minute zum zum Ausgleich.

Trainer Murat Yakin sagt Tschüss - zumindest für diese Saison.

Keystone

Mit gesenktem Haupt trottete Gaston Sauro in Richtung des Basler Fanblocks. Natürlich, es war ein aufregender und grosser Abend, vielleicht der bedeutsamste in seiner ganzen bisherigen Laufbahn, gewesen. Hier an der Stamford Bridge vor 39000 Zuschauern einen Halbfinal in der Europa League bestritten zu haben, das wird immer auf seiner Visitenkarte stehen.

Doch die Körperhaltung des Argentiniers zeigte deutlich, dass er von mehr geträumt hatte. Er hatte mit dem FCB Schweizer Fussballgeschichte schreiben und als erster Schweizer Klub in einen Europacupfinal einziehen wollen. Doch die Hürde FC Chelsea hat gezeigt, wie schwierig, ja beinahe unmöglich es für einen Verein aus einem kleinen Fussballland mittlerweile geworden ist, ein Endspiel zu erreichen. Zu gering sind die finanziellen Möglichkeiten im Vergleich mit den Grossen.

In den letzten zwanzig Jahren haben es mit Antwerpen, Austria Salzburg und Rapid Wien gerade noch drei Vereine aus kleinen Fussballnationen in einen Final geschafft. Als Letztem gelang dies 1996 Rapid, als es Petrolul Plojesti, Sporting Lissabon, Dynamo Moskau und Feyenoord Rotterdam ausschaltete, um schliesslich im Brüsseler Final gegen Paris Saint-Germain 0:1 zu verlieren. In acht Spielen also hatten sich die Österreicher bewähren müssen, derweil der FC Basel 17 Jahre später nicht weniger als 20 Mal hatte antreten müssen, um vor dem letzten Schritt zu stehen.

«Details haben den Ausschlag gegeben»

An Sauro lag es nicht, dass dieser nicht gelang. Und es wäre ja auch ungerecht, dem 23-Jährigen einen Vorwurf zu machen, schliesslich ist es nicht einfach, ohne Spielpraxis in einem Europa-League-Halbfinal mitzuhalten. Vor dem Pfostenschuss von Frank Lampard hatte es ein Abstimmungsproblem zwischen ihm und Fabian Schär gegeben, und vor dem 2:1 von Victor Moses hatte er Fernando Torres nicht am Torschuss zu hindern vermocht; ansonsten aber legte er eine ansprechende Partie hin.

Wie Torres bei seinem Transfer von Liverpool zum FC Chelsea hatte sich auch Sauro sportlich mehr von seinem Engagement beim FC Basel erhofft. Doch während der Spanier unter dem Interimstrainer Rafael Benitez allmählich auf dem Weg ist, wieder der Alte aus Zeiten beim FC Liverpool zu werden, als er Chelsea 71 Millionen Franken wert gewesen war, ist Sauro in Basel noch nicht richtig angekommen.

Er hat einen schweren Stand unter Trainer Murat Yakin. «Details haben den Ausschlag gegeben», sagte Yakin nach dem 1:3 an der Stamford Bridge. «Wir müssen aus den Fehlern lernen, beim 1:2 im Heimspiel haben wir zwei Standardsituationen zugelassen.» Goalie Yann Sommer sagte: «Ich bin extrem enttäuscht. Drei Gegentore innerhalb von zehn Minuten dürfen uns auch gegen Chelsea nicht passieren.»