Die Zukunft der stimmungsvollen Weihnachtsbeleuchtung in der Freien Strasse ist stark gefährdet. Die gotisch-arabischen Lichterbögen werden nämlich nicht etwa vom Kanton Basel-Stadt, sondern vom ehrenamtlichen Verein Weihnachtsbeleuchtung Freie Strasse finanziert.

Das Budget von jährlich 80'000 Franken für die Beleuchtung konnte jüngst laut Vereinspräsident Hans Spinnler nur noch durch «grosszügige Zustüpfe» dreier Gönner aufgebracht werden. Der Hauptgrund: Die Anzahl der Mitglieder und Sponsoren des Vereins ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Zu den Mitgliedern zählen vor allem Anrainergeschäfte, die den Verein vor mehr als 50 Jahren gründeten. Heute sind immer mehr internationale und nationale Ketten in der Freien Strasse eingemietet. Diese haben kein Interesse daran, Mitglied im Verein zu werden und sich an den Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung zu beteiligen.

Neues Lager 40 Prozent teurer

Ausserdem musste sich der Verein ein neues Lager für seine 33 Bögen und fast 9000 Leuchtmittel suchen, weil es am bisherigen Standort im Lysbüchel-Areal zu Umgestaltungen kommt. Die Mietkosten am neuen Ort sind um 40 Prozent höher.

Von der bz auf diesen Beleuchtungs-Notstand aufmerksam gemacht, erklärten sich die Heiligen Drei Könige des Rotary Clubs Basel-St. Jakob spontan bereit, für die Erhaltung der Weihnachtslichter zu sammeln.

Rund 18'000 Franken kamen für den guten Zweck zusammen. Am Donnerstag konnte Clubpräsident Alexander Grob der Vizepräsidentin des Vereins Weihnachtsbeleuchtung Rosalba Schiesser die Spende «in der Hoffnung auf weitere politische Auswirkungen» überreichen.

Der Betrag liegt im Durchschnitt der gesammelten Kollekten der letzten Jahre. Felix Rudolf von Rohr, Zuständiger Gemeindienst Rotary Club Basel-St. Jakob, freut sich über «durchwegs überraschte und positive Resonanz».

«2019 gesichert»

«Für 2019 ist die Weihnachtsbeleuchtung gesichert», sagt Schiesser. Die Spende diene ihnen als kleines Polster. Für die Zukunft strebt der Verein jedoch nach wie vor eine Selbstfinanzierung durch Mitglieder und Sponsoren an.

«Wir stehen mitten im Gespräch mit eventuellen Vereins-Neumitgliedern.» Bis Mitte Februar sollten diese abgeschlossen sein. Dann wird sich zeigen, ob sich die kritische Situation für die weihnachtlichen Lichterbögen etwas entspannt.