Wohnungen

Drei Neubauten sollen die studentische Wohnungsnot lindern

Das Uni-Semester hat gerade begonnen. Doch die Hoffnung auf eine studentische Wohnung oder ein Zimmer ist gering. Auf dem Markt findet man kaum mehr Angebote. Drei Neubauten sollen nun die studentische Wohnungsnot lindern.

«Achtung: Zurzeit sind unsere unmöblierten Zimmer beinahe ausgebucht.» Mit diesem Satz – in Kapitälchen und gefettet – begrüsst die Homepage der studentischen Wohnvermittlung Wove zum Semesterbeginn Studierende, die in Basel ein Zimmer suchen. Und die Hoffnung auf Erfolg ist gering: «Im September und Oktober dürfte es extrem schwierig werden, noch etwas zu finden», sagt Chaim Howald von der Wove. Momentan sind alle 450 Zimmer und Einzimmerwohnungen der Wove vermietet. Und auch die meisten sogenannten Schlummermütter, also Privatpersonen, die einzelne Zimmer in ihren Wohnungen vermieten, sind ausgebucht.

Die billigsten Zimmer fallen weg

Die angespannte Lage auf dem Basler Wohnungsmarkt erschwert den Studierenden, eine bezahlbare Wohnung für sich selber oder eine Wohngemeinschaft zu finden. «Wir merken das sehr stark bei den Anmeldungen. Die Nachfrage ist gestiegen», sagt Howald. Darum versucht die Wove auch, ihr Angebot auszubauen. Seit Anfang 2013 konnte sie über 100 zusätzliche Wohneinheiten mieten. Darunter sind 47 Einzimmerwohnungen im ehemaligen Hostel des Universitätsspitals an der Friedensgasse und 48 teilmöblierte Studios an der Mittleren Strasse. Allerdings wird die Wove bis Ende Jahr einige ihrer billigsten Zimmer für rund 280 Franken an der Hochstrasse verlieren, weil das Baurecht ausläuft.

Neubauten bis 2017

«Wir müssen dringend wachsen», sagt Howald. Verglichen mit anderen Städten wie Zürich sei das Angebot für institutionelles Wohnen in Basel sehr beschränkt. Um die Wohnsituation für Studentinnen und Studenten zu verbessern, versucht die Wohnstiftung für Studierende – sie besitzt die meisten von der Wove genutzten Liegenschaften – künftig wenn möglich selber neu zu bauen respektive sich an Projekten für gemeinnützigen Wohnraum zu beteiligen. Die Krux: Neuer Wohnraum ist teurer als alter, aber ein durchschnittliches Studenten-Budget beinhaltet nur maximal 550 Franken fürs Wohnen. «Das im Neubau erreichen zu wollen ist sehr ambitioniert», räumt Howald ein. Darum wird die Wohnstiftung für Studierende künftig sehr günstige Drittmittel oder sogar À-Fonds-perdu-Beiträge beschaffen müssen.

Zwei Projekte laufen bereits, ein Drittes könnte zusammen mit dem Kanton entstehen:

Erlenmatt Ost: Auf den Baufeldern H und I der Stiftung Habitat ist ein Studierendenhaus geplant, die Wove soll Betreiberin werden; Habitat ist die Bauherrin. Ziel ist es, günstigen Wohnraum für etwa 70 Studierende in Wohngemeinschaften zu schaffen. Mit dem Bau soll 2016 begonnen werden, Bezugstermin ist voraussichtlich Ende 2017.

Belforterstrasse: Auf einem Teil des heutigen Parkplatzes am Stadtrand beim Bachgraben will die Genossenschaft Wohnstadt etwa 66 Wohnungen bauen, rund 20 davon für Studenten. Das sollte bis im Jahr 2016 Wohnraum für etwa 80 Studis geben. In das Projekt, das von den Burckhardt und Partner Architekten geplant wird, werden etwa 25 Millionen Franken investiert. Wie die Wove eingebunden werden könnte, wird noch verhandelt.

Volta Ost: Auf dem Baufeld West plant der Kanton Basel-Stadt unter anderem 60 bis 70 Wohnungen für Studierende. Er wird diese selber bauen. Inwiefern die Wohnstiftung oder die Wove eingebunden werden, ist noch nicht geklärt. Ebenfalls noch offen ist, wann dort gebaut wird. Der Bebauungsplan ist noch nicht durch den Grossen Rat genehmigt worden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1