Euro-Airport

Drei Stern-Köche bringen Michelin-Niveau ins Flughafen-Restaurant

So soll die Verkaufsstelle der in Frankreich populären Bäckereikette «Paul» auf dem Euro-Airport aussehen (Abflugebene französische Seite).

So soll die Verkaufsstelle der in Frankreich populären Bäckereikette «Paul» auf dem Euro-Airport aussehen (Abflugebene französische Seite).

Auf dem Euro-Airport gibt es für alle 13 Gastro-Verkaufsstellen neue Betreiber. Das Restaurant im 5. Stock wird in Zusammenarbeit mit drei Ein-Stern-Köchen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz betrieben. So soll es seinen guten Ruf zurück gewinnen.

Das Restaurant im Euro-Airport (EAP) wird ab 1. Oktober in enger Zusammenarbeit mit drei Ein-Stern-Köchen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz betrieben. «Mithilfe der Köche wird die Karte erstellt. Unter uns nennen wir es bereits unser Drei-Stern-Restaurant», erklärt Delphine Mainguy schmunzelnd, beim französischen Gastro-Konzern Elior für Flughäfen in Frankreich und Belgien zuständig.

Im EAP wird in knapp einem Monat ein neues kulinarisches Konzept umgesetzt. Sämtliche Verkaufsstellen für Essen und Trinken erhalten neue Betreiber - die meisten gehörten bisher zu Autogrill. Allein für zehn der insgesamt dreizehn zeichnet Elior verantwortlich, das sich bei der Ausschreibung das Hauptlos gesichert hatte und in Zukunft 90 Prozent der Mitarbeiter beschäftigen wird, die auf dem EAP im Foodbereich tätig sind.

Einfacher Grenzübergang

Das Restaurant, das sich im fünften Stock befindet, wird «3Länder Restaurant» heissen und künftig nur noch von der französischen Flughafenseite zugänglich sein. «Da die Schweiz zum Schengenraum gehört, ist das kein Problem», betont Delphine Mainguy. Tatsächlich gibt es seit letztem Jahr auf der Abflugebene im 3. Stock einen grosszügig gestalteten neuen Übergang, der in der Regel gar nicht mehr als Zollgrenze erkennbar ist. Da es künftig nur noch ein Restaurant gibt, werden auch die erheblichen Preisunterschiede zwischen Schweizer und französischer Restaurantseite wegfallen.

Mit welchen Michelin-Sterneköchen Elior zusammenarbeitet, kann und will Mainguy aufgrund einer Vertraulichkeitsklausel noch nicht mitteilen. Die Chancen dürften aber gut stehen, dass das Flughafenrestaurant den sehr guten Ruf, den es vor 15 bis 20 Jahren genossen hat, mit dem neuen Konzept zurückgewinnt. Eliors Strategie beruhe allerdings auf der Erkenntnis, ein «zweitrangiges Programm» anzubieten, so Mainguy. «90 Prozent der Gäste kommen, um zu reisen.»

Auch bei den übrigen Verkaufsstellen setzt Elior auf Qualität. So wird im 3. Stock auf der französischen Seite ein Schnellrestaurant «Paul» aufmachen - eine Bäckereikette, die in Frankreich populär und angesehen ist. «Auf der Schweizer Seite wollen wir mit «Weckmann» stärker auf die spezifischen Schweizer Bedürfnisse eingehen und typische Produkte anbieten», sagt Mainguy.

Die verschiedenen Angebote sind sehr vielfältig: In der Zone nach der Sicherheitskontrolle im vierten Stock sollen Marken wie der italienische Kaffee «Illy» in den Vordergrund gerückt werden. Bei «Dailymonop» können die Reisenden im Self-Service unter anderem Sushi und Salate kaufen. Auf der gleichen Ebene finden sich «Columbus» mit typischer Pariser Café-Atmosphäre, ein Schnellrestaurant «bert's» und moderne Touch screen-Automaten «Dolce Vita», die mit Franken und Euro funktionieren.

Regionale Kooperation gesucht

Im fünften Stock bietet ein Selbstbedienungs-«Food Court» die Möglichkeit, sich bei «Courtepaille», «francesca» und einer Salatbar mit Fleisch, Pasta und frischen Salaten einzudecken. Auf der gleichen Ebene findet sich die «SAMbar», bei der Elior mit dem Schweizerischen Architekturmuseum (SAM) aus Basel zusammenarbeiten will. «Wir suchen bewusst regionale Kooperationen», hebt Delphine Mainguy hervor. Das SAM ist laut Mediensprecherin Elena Fuchs durchaus interessiert. Erste Gespräche seien allerdings nicht weiterverfolgt worden und bisher gebe es kein konkretes Projekt. Man warte auf eine neue Kontaktaufnahme.

Auf dem fünften Stock übernimmt Elior auch die Kantine für EAP-Mitarbeiter. Für sämtliche Verkaufsstellen, also auch die im Schweizer Flughafenteil, zahlt das Unternehmen die französische Mehrwertsteuer.

Dritter Betreiber aus Genf

Neben dem Konzern Largardère Services, der wie berichtet auf dem EAP einen Restaurationsbetrieb «Trib's» eröffnen wird, hat das Genfer Unternehmen Canonica im März 2013 die Ausschreibung für zwei neue Verkaufsstellen gewonnen. Sie befinden sich auf der Schweizer Seite im Ankunftsbereich sowie im öffentlich Teil im dritten Stock.

Canonica ist seit 1948 in der Flughafengastronomie tätig und kein Unbekannter auf dem EAP. 2008 hatte Canonica die Ausschreibung für Bau und Betrieb eines Flughafen-Hotels gewonnen. Das Vorhaben blieb allerdings in der Projektphase stecken, da sich die Gemeinde Saint-Louis, auf dessen Grund und Boden es sich befunden hätte, dagegen wehrte.

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