Fondation Beyeler

Drei Wohnhäuser sollen dem zweiten Museumsbau weichen

Dieses 9500 Quadratmeter grosse Grundstück möchte die Fondation Beyeler erwerben.

Dieses 9500 Quadratmeter grosse Grundstück möchte die Fondation Beyeler erwerben.

Das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz will sich ausdehnen. Angestrebt wird der Kauf des angrenzenden Iselin-Weber-Parks. Anstelle der Wohnhäuser am Bachtelweg 5, 7 und 9 soll ein «architektonisch hochwertiger» zweiter Museumsbau entstehen.

Basels Museumslandschaft dehnt sich weiter aus. Nachdem der Neubau des Kunstmuseums Basel ein gutes Jahr vor der Eröffnung steht, plant nun neu die Fondation Beyeler eine Erweiterung. Ihr wird es in Renzo Pianos elegantem Museumsbau zu eng. Es fehlt ein Auditorium für Konzerte oder andere grössere Veranstaltungen und es fehlt an Ausstellungsraum – für Neuankäufe der Sammlung Beyeler, für Schenkungen und Dauerleihgaben. Damit ist vor allem die von Stephan Schmidheiny gegründete Daros Collection gemeint, die 2010, nach dem Auszug aus dem Löwenbräu in Zürich, eine «dauernde und exklusive Partnerschaft» mit der Fondation eingegangen ist.

Zusage von 50 Millionen

Nun hat sie sich das Kaufrecht für den Iselin-Weber-Park erworben, wie sie gestern mitteilt. «Der benachbarte, bisher private Garten mit seinem alten Baumbestand soll dauerhaft erhalten, vor Überbauung geschützt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden», schreibt die Fondation. Der heutige Eigentümer sei bereit, das insgesamt 9500 Quadratmeter grosse Grundstück zu günstigen Konditionen zu verkaufen.

Dass der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und gepflegt werde, sei auch im Sinne von Ernst Beyeler heisst es, der Kunst und Natur enger zusammenführen wollte. Anstelle der Wohnhäuser am Bachtelweg 5, 7 und 9 soll ein «architektonisch hochwertiger» zweiter Museumsbau entstehen. Bekannte Architekten werden zu einem Wettbewerb eingeladen. Der Neubau soll mit Renzo Pianos Museumsbau korrespondieren.

Das gesamte Projekt wird privat finanziert. Die Wyss Fondation und die Daros Collection haben bereits 50 Millionen Franken fest zugesagt. Die Fondation schreibt: «Erst nach Sicherung der gesamten Finanzierung und Vorliegen der Baubewilligung kann über Zeitplan und voraussichtliche Eröffnung des neuem Parks und Hauses der Fondation Beyeler informiert werden.» Weitere Auskünfte waren trotz Anfrage nicht zu erhalten. Gerne hätten wir erfahren, welche kuratorische Idee und welches Ausstellungskonzept hinter der geplanten Erweiterung steht. Die Fondation wollte dazu aber nichts sagen.

Der Mitteilung zu entnehmen ist das grosse Interesse der Daros Collection. Die von Alexander Schmidheiny und Thomas Ammann aufgebaute Sammlung hat bedeutende Werke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert und unter anderem auch wichtige Bestände lateinamerikanischer Kunst. Zudem muss die Fondation Beyeler bei sich zeitlich überlappenden Sonderausstellungen beträchtliche Teile der eigenen Sammlung ausräumen.

Riehen begrüsst Projekt

Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde begrüsst das Projekt. «Eine Erweiterung ist seit langem ein Bedürfnis der Fondation», sagt er. Er spricht von einer positiven Entwicklung, die zu Riehen passe. An der nächsten gemeinsamen Sitzung würden die Ausbaupläne der Fondation diskutiert. Die Gemeinde schaue, wo sie der Fondation helfen könne, Hürden zu überwinden.

Eine Hürde sind die drei Wohnhäuser. Wohl müsse die Kommunikation mit den Mietern gesucht werden. Wilde erwähnt, dass der Gemeinderat ohnehin über eine Entwicklung von hochwertigem Wohnraum nachdenke. Das heisst: wo Wohnraum verloren geht, soll andernorts neuer entstehen.

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