Samstag Nachmittag und Sonntag ganztags sind sie im «Fraueli» des Gartenbads Eglisee wieder garantiert, die grossen, strahlenden Kinderaugen und die begeisterten Blicke der Männer mit einem Flair für Technik und Schiffe. «Wir möchten mit unseren Schiffsmodellen allen, egal welchen Alters, wieder ganz viel Freude bereiten», sagt Gustav Albiez, Präsident des Modell-Schiffbau-Clubs Basel (MSCB). Gegen 300 Schiffe werden an beiden Tagen ausgestellt und zu Wasser gelassen. «Jede Schiffsart, die man sich so vorstellen kann, wird hier in Modellform zu sehen sein.»

Für einmal sind es nicht nur die am Fest stark involvierten 80 Vereinsmitglieder, die ihre Schiffe im Wasser präsentieren, sondern Gäste aus der ganzen Schweiz, Frankreich, Deutschland und vielleicht sogar aus den Niederlanden. Die Modellbauer reisen teilweise Hunderte von Kilometern, um das spezielle, familiäre Flair des Schaufahrens im Eglisee aktiv miterleben zu können.

«Wir haben hier eine ganz spezielle Stimmung, die von den Gästen und den Besuchern sehr geschätzt wird», sagt Albiez. Ab heute 13 Uhr bis morgen 17 Uhr werden dauerhaft Schiffe auf dem Wasser sein. Gewechselt wird im 20-Minuten-Takt. Immer wieder zeigen die Modellbauer Schiffe verschiedener Gattungen. «Es gibt unter anderem Fahrten nur mit Segelbooten oder Schiffen mit Elektro- und Dampfantrieben.» Auch Rettungsaktionen zu Wasser werden zu sehen sein sowie eine Feuerwehrdemonstration. Für fünf im Wasser und an Land geplante Löschaktionen kommt extra die Modellfeuerwehr beider Basel vorbei.

Wie schon seit Jahren üblich, dürfen sich die Kinder im Kinderbecken selbst an extra für sie stabil gebauten Schiffen versuchen. Sie erhalten nach ihrer Fahrt ein namentlich auf sie ausgestellten Kapitänspatent. An Land zeigen Lastwagen, Bagger und Silos auf einem Diorama im Massstab 1:32, was im Modellbau alles möglich ist.

Jene Schiffe, die nicht gerade im Wasser sind, werden ausgestellt. «Das bietet die einzigartige Möglichkeit, eine enorme Vielfalt an Modellschiffen von Nahem zu sehen», sagt Vereins-Vizepräsident Roger Held voller Vorfreude. Das kleinste Schiff ist wenige Zentimeter klein, das Grösste, in Original ein Meeresfrachter, 3,2 Meter gross. Dieses wird nur einmal für das ganze Wochenende gewässert. «Einmal im Wasser, wiegt es 325 Kilogramm. Damit es einsinkt, wird es mit Blei beschwert.»

Modellschiffbau dauert oft Jahre

Im Rahmen des 60-Jahr-Jubiläums werden auch Schiffe von verstorbenen Vereinsmitgliedern vorgeführt. «Es sind ganz wertvolle Stücke von Gründervätern Anfang der 1960er-Jahre darunter», schwärmt Roger Held. Die heutigen Vereinsmitglieder ehren so ihre Vorgänger. Auch gezeigt werden alte Fernsteuerungen. «Man erkennt an den Schiffen, aber auch den Fernsteuerungen, wie sehr sich der Modellbau entwickelt hat.»

Um die Detailarbeit, die beim Modellbau nötig ist, darzustellen, wird an einem Stand ein Wochenende lang an einem Schiff gebaut. «Wir möchten, dass unsere Besucher erkennen, wie aufwendig ein Schiffbau ist. Wir holen das Schiff nicht aus der Schachtel und stecken es ein. Alles ist selber gebaut und dauert bis zur Fertigstellung teilweise Jahre.»