Sicherheit

Dreirosen-Konflikt hält an: «Friedensfest» wird als «reaktionär» bezeichnet

Ein «Friedensfest» soll die Konflikte auf der Dreirosenanlage beruhigen. Doch der Anlass der Basler Jugendarbeit wird jetzt als reaktionär bezeichnet. Die Jugendarbeit erhält aber auch Unterstützung: Auch die Schule befürwortet eine stärkere Polizeipräsenz.

Ein «Friedensfest» soll der Anlass von heute Freitagnachmittag auf der Basler Dreirosenanlage werden. So schrieb es die «Jugendarbeit Basel» (JuAr) in ihrer Einladung. Damit bezogen sich die Verantwortlichen auf die Auseinandersetzungen um die Parkanlage zwischen Dreirosenbrücke und Dreirosenschulhaus.

Mehrmals kam es dieses Jahr bereits zu gewalttätigen Vorfällen, Drogen werden offen verkauft, dazwischen spielen Kinder. Dazu ist der Park auch zu einem rege genutzten Aufenthaltsort für Personen mit abgelehntem Asylstatus geworden, die deswegen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen.

Widerstand gegen die Polizei vor Ort

Einen Tag vor dem Fest gingen die Wogen erneut hoch. Am Donnerstag kursierte ein Schreiben aus der linken Szene via E-Mail und Kurznachrichtendienste, das der bz vorliegt: «Noch mehr Polizei auf der Dreirosenmatte? Nein danke!», heisst es. Die unbekannten Aktivisten melden damit an, dass sie sich um 15.30 Uhr, also eine halbe Stunde vor Festbeginn, auf der Anlage treffen, um Flyer zu verteilen. Sie verorten insbesondere wegen der Forderung der JuAr nach mehr Polizeipräsenz eine «Verdrängung bestimmter Menschen vom Park». Im Schreiben heisst es aber auch, dass es nicht darum gehe «zu stören», sondern darum, «eine klare Haltung gegenüber dieser reaktionären Forderung einzunehmen».

Dabei sollte die Grundstimmung auf der Dreirosenanlage eigentlich «familienfreundlich, kulturell durchmischt, entspannt» sein. So schrieb es die JuAr in einem offenen Brief anfangs dieser Woche. Schuldzuweisungen an etwelche Verantwortliche wolle die Organisation keine machen, aber man setze sich «für den Frieden auf der Dreirosenanlage ein, der für unsere Arbeit dort unabdingbar ist». Die JuAr ist als Betreiberin der Freizeithalle Dreirosen direkt von der Situation auf der Anlage betroffen. Deren Leiter Marc Moresi äusserte sich bereits mehrfach zur angespannten Situation auf dem Areal.

Primarschule würde mehr Polizei begrüssen

Moresi ist nicht der Einzige, der eindringlich darauf hinweist. Denn Frieden auf der Dreirosenanlage ist auch für die Schulleitung des unmittelbar angrenzenden Dreirosen-Schuhauses unabdingbar: «Die Situation auf der Dreirosenanlage ist für die Schule belastend, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen sind mit Drogenkonsum und -handel, Aggression und Gewalt konfrontiert. Das steht auch im Widerspruch zum Umgang mit Konflikten, wie er an der Primarstufe Dreirosen vermittelt und gelebt wird», schreibt die Schulleitung auf eine Anfrage der bz.

Verschärfend komme hinzu, dass der Pausenplatz saniert wird und die Primarstufe zurzeit die Anlage als Pausenhof-Ersatz nutzt. Dabei werden Schulkinder immer wieder Zeugen von Gewalt. «Lehrpersonen und die Schulsozialarbeit sind für die Schülerinnen und Schüler da, sie reagieren und begleiten bei Vorfällen. Die Mitarbeitenden inklusive Schulleitung haben dadurch einen erhöhten Aufwand, der bisweilen kräftezehrend ist» sagt die Schulleitung. Und sie fügt an: «Eine erhöhte, sichtbare Polizeipräsenz wäre wirksam.» Der offene Brief der JuAr wird von einer Petition flankiert. Der Anlass heute Abend soll laut den Organisatoren ein «Friedenszeichen» für die Dreirosenanlage sein.

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