Basel

Dritte Grüne Kandidatin: Elisabeth Ackermann will in den Regierungsrat

Elisabeth Ackermann, Regierungsratskandidatin der Grünen.

Elisabeth Ackermann, Regierungsratskandidatin der Grünen.

Elisabeth Ackermann (Grüne) hat sich dazu entschieden, für den Basler Regieungsrat zu kandidieren, wie sie gegenüber der bz verriet. Dabei muss sie sich im Vorfeld erst einmal gegen parteiinterne Kandidaten durchsetzen.

Es dauert noch acht Monate, bis die Baslerinnen und Basler eine neue Regierung wählen, und die Kandidatinnen und Kandidaten drängeln sich einer nach dem anderen ins Rampenlicht. Die Reihe ist nun an Elisabeth Ackermann. Die grüne Politikerin gibt der bz gegenüber ihre formelle Kandidatur bekannt. «Ich habe mir über die Ferien intensiv Gedanken gemacht. Und ich bin zum Schluss gekommen, dass ich mich für das Amt zur Verfügung stellen möchte. Auch wenn ich grossen Respekt vor der Aufgabe habe.»

Ackermann war bereits von ihrer Partei-Co-Präsidentin Mirjam Ballmer als Kandidatin ins Spiel gebracht worden. Nun habe sie auch offiziell dem Parteivorstand ihr Interesse angemeldet. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil ihre parteiinternen Konkurrenten Michael Wüthrich und Thomas Grossenbacher bereits auf Wahlkampfmodus geschaltet haben. Selbst ihre Facebook-Bilder vom gemeinsamen Skifahren stellen die beiden Grünen unter das Motto «Wählbar?»

Erfahrung statt Slalom

Ackermann setzt weniger auf ihre Künste beim Stemmbögeln und dafür mehr auf ihren politischen Leistungsausweis. «Ich habe sehr viel gutes Feedback auf mein Jahr als Grossratspräsidentin bekommen. Und zwar aus allen Fraktionen. Es haben mich viele ermuntert zu kandidieren und den grünen Sitz zu verteidigen.» In der Tat erntete Ackermann für ihr Präsidialjahr viel Lob. Die Musiklehrerin traf meistens den richtigen Ton und konnte die «Schulklasse Grossrat» meist in der Spur halten. Obwohl es hier das eine oder andere verhaltensoriginelle Kind gibt.

Bereits vor ihrer Zeit als Präsidentin hatte sie im Grossen Rat als Vize-Präsidentin der Finanzkommission und zuvor der Wirtschafts- und Abgabekommission Verantwortung übernommen; und das gemäss allgemeinem Tenor durchaus mit Erfolg, obwohl sie von Hause aus weder eine Finanz- noch eine Wirtschaftspolitikerin ist. Ihre Interessen lagen stets eher bei den grünen Kernthemen wie Gebäudesanierungen, Energieeffizienz und ähnlichem. Ackermann gehört dabei zu jenem Flügel der Partei, der auf Diskussion und Konsens setzt.

Dies im Gegensatz zu ihren grünen Mitkandidaten Grossenbacher und Wüthrich, die sich gerne mal laut mit dem politischen Gegner verkrachen – vor allem dann, wenn es um Verkehrsfragen geht.

Noch wenig Frauen

Ackermann sieht sich unter Zugzwang, angesichts der Männerdominanz im Regierungsgremium und nun auch in der bisher bekannten Kandidatenrunde. Man könne Frauenbeteiligung nicht nur fordern: «Das ist eine Gelegenheit, die sich mir hier bietet. Und gerade auch als Frau ist es wichtig, eine solche Chance zu packen, wenn sie da ist.»

Damit lautet der Zwischenstand wie folgt: Es treten die Bisherigen Baschi Dürr (FDP), Lukas Engelberger (CVP) und die drei SPler Christoph Brutschin, Hans-Peter Wessels und Eva Herzog an. Dazu kommen die SVP-Kandidaten, die bereits ihre Ansprüche angemeldet haben; namentlich Lorenz Nägelin, Patrick Hafner und Michel Rusterholz. Ob die SP noch einen vierten Kandidaten aufstellen wird, und wer für die Liberalen den Sitz von Christoph Eymann verteidigen soll, ist hingegen noch offen.

Klar ist dagegen, dass das Wahljahr noch einiges an Spannung verspricht. Dass sich Ackermann bereits in Stellung bringt, könnte ihr dabei zu Gute kommen, verschafft es ihr doch einen gewissen Vorsprung auf die Mitbewerber.

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