Finanzierung

Drohendes Aus für den Flughafen-Bahnanschluss – Euro-Airport plant trotzdem weiter

(Symbolbild)

Der EAP bleibt optimistisch: Die Entscheidung der französischen Regierung zur Finanzierung würde erst noch fallen.

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Trotz der französischen Absage, den Bahnanschluss an den Euro-Airport (EAP) mitzufinanzieren, bleibt der Flughafen optimistisch. So soll die zweite Mitwirkungsphase zum Projekt wie geplant im April beginnen.

Der Euro-Airport (EAP) bleibt optimistisch und seinen Planungen treu. Wie vorgesehen soll ab Anfang April die zweite Mitwirkungsphase für den Bahnanschluss beginnen, teilt Mediensprecherin Vivienne Gaskell mit.

Wie die «Schweiz am Wochenende» am Samstag berichtete, wurde der Bahnanschluss in dem Bericht Duron zu den französischen Infrastrukturmassnahmen der nächsten 20 Jahren nicht genannt oder in die ferne Zukunft verschoben. Vorgesehen ist eine sechs Kilometer lange Bahnstrecke, die direkt zum Flughafen führen soll. Der Bericht gilt als Basis für das Infrastrukturgesetz, das die Pariser Regierung im Frühjahr vorlegen will. In Auftrag gegeben worden war er von der Verkehrsministerin Elisabeth Borne. Er könnte das Aus für den Bahnanschluss bedeuten.

Der Bahnanschluss soll direkt an den Terminal des Euro-Airport führen – wenn er denn kommt.

Der Bahnanschluss soll direkt an den Terminal des Euro-Airport führen – wenn er denn kommt.

EAP rechnet mit Unterstützung

Der EAP sieht das anders. Mediensprecherin Gaskell verweist darauf, dass nun erst das Vernehmlassungsverfahren mit den französischen Régions folge. Sie teilt mit: «Es ist zu früh, definitive Folgen für den EAP-Bahnanschluss abzuleiten.» Weiter schreibt sie: «Aus Flughafensicht bleibt der Bahnanschluss ein sehr wichtiges strukturierendes Projekt sowohl für den Standort als auch für die ganze trinationale Region. Wir rechnen auch mit Unterstützung von der regionalen Politik Frankreichs und der Schweiz.»

In Rahmen der anstehenden Mitwirkungsphase können sich Bürger und Verbände aus dem Dreiland zu dem Projekt äussern, den Flughafen direkt an die S-Bahn und elsässische Regionalzüge anzubinden. Insbesondere die Fluglärmgegner dürften wenig Freude am Projekt haben, weil der EAP durch die bessere Anbindung noch attraktiver wird und weiter wachsen könnte. So sind nicht nur sechs S-Bahnverbindungen pro Stunde von und nach Basel geplant, es soll auch jede halbe Stunde ein Regionalzug von Strassburg direkt an den Flughafen fahren.

Die Kosten für den Bahnanschluss werden auf 260 Millionen Franken geschätzt – die Zahl stammt von den Vorstudien 2010/11. Neue Angaben erwartet der EAP für Ende 2018, wenn die Vorprojektstudien abgeschlossen sind. Der Flughafen selbst sieht eine direkte finanzielle Beteiligung vor, «insbesondere, um die Infrastruktur vor dem Flughafengebäude sowie die Zufahrten und Parkplätze für den Bahnanschluss anzupassen». Präzise Angaben über den Beitrag könne man erst machen, wenn die Diskussionen des Finanzierungsplans begonnen hätten.

Dieser müsste vor der öffentlichen Anhörung stehen. Erst danach wäre es möglich, mit dem Bau zu beginnen. Auf der offiziellen Internetseite zum Bahnanschluss ist der Zeitraum 2020 bis 2025 für den Bau genannt.

Ministerin lobt den Bericht

Ohne Geld aus Paris, das bei einem Infrastrukturprojekt in Frankreich den Lead übernehmen müsste, ist das nicht realistisch. Die Hoffnung auf eine Kehrtwendung auch nicht: Verkehrsministerin Borne betonte bei der Vorstellung des Berichts, wie sehr er ihren Überzeugungen entspreche und dass die Zeit der grossen, nicht finanzierbaren Infrastrukturmassnahmen in Frankreich vorbei sei. Sie weiss sich einig mit Präsident Emmanuel Macron, der sich im Sommer ähnlich äusserte.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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