Die Fasnachtsgesellschaft Seibi etwa, deren junge Garde mit dem Stamm und den Mysli auftritt, brilliert musikalisch und bietet eine perfekte Show in schwarzweiss. Da trifft Düsteres auf Unschuldiges und verschmilzt zu fasnächtlichem Hochgenuss.

am Drummeli 2018

Seibi

am Drummeli 2018  

Auch die Naarebaschi halten, was man von einer der ganz grossen Cliquen erwarten darf: «The Rock’n Roll Tour of Naarebaschi 2018» huldigt der Band Kiss, die vor 45 Jahren gegründet wurde und mit «I Was Made for Lovin’ You» in die Rock-Geschichte einging. Kein Wunder beginnt der Auftritt mit diesem Song.

Schauspielerische Glanzleistung

Die Negro-Rhygass beweist mit «Unsere Wääg im Glaibasel» einmal mehr, dass auch Guggen qualitativ top sein können und eine Fasnacht ohne sie längst keine vollständige Fasnacht mehr wäre. Ihre Hommage ans Kleinbasel sollte in Erinnerung rufen, dass Fasnacht auch im minderen Basel stattfinden muss und sich nicht nur auf die Grossbasler Altstadt begrenzen darf.

am Drummeli 2018

Negro-Rhygass

am Drummeli 2018  

Und wenn wir schon bei unserer schönen Stadt sind: Die Raamestiggli waren hervorragend gespielt, die Qualität der Schauspieler ist auf hohem Niveau. Was fehlt, ist der Biss; die Stücke sind zwar meist witzig und stimmen manchmal gar nachdenklich, das Lachen bleibt einem aber nie im Hals stecken.

Keine Verse für die Ewigkeit

Uns geht es wohl zu gut in jener Stadt, der die Fasnacht den Spiegel vorhalten sollte. Darum gelingt es nicht, die üblichen Verdächtigen wie Regierungsrat Hans-Peter Wessels und Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann mit mehr als ein paar glatten Witzchen einzudecken. Dasselbe gilt für die beiden Schnitzelbänke, souverän, aber keine Verse für die Ewigkeit.

Das Drummeli 2018 bietet eine Nabelschau der Besten, es ist kein Skandal-Jahr wie 2016 und kein grosses «Aha, es geht ja!»-Erlebnis wie vergangenes Jahr, sondern schlicht eine solide Ausgabe mit überraschenden Elementen und reichhaltigen Bühnenshows.

Das sagt das Premiere-Publikum zum Drummeli 2018

«Kreativ, hochstehend! Aber: zu wenig scharf»: Das sagt das Premieren-Publikum zum Drummeli 2018

«Kreativ, hochstehend! Aber: zu wenig scharf»