Relaunch

DuBois et Fils empfängt Kunden, Presse und ihre Aktionäre im Club de Bâle

Thomas Steinemann in seinem Büro, wo er alte Uhren und Sammlerstücke der Firma DuBois ausgestellt hat.

Thomas Steinemann in seinem Büro, wo er alte Uhren und Sammlerstücke der Firma DuBois ausgestellt hat.

Dieses Jahr wird DuBois et Fils 230 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum präsentiert die Marke an der Vorpremiere zur Baselworld am 18.3. eine Jubiläumsuhr. An der Messe selbst ist DuBois et Fils nicht direkt vertreten.

250 Uhren, 2000 Uhrwerke, Markenrechte – das waren mehr oder weniger die bescheidenen Reste der einstmals stolzen Uhrenfabrik DuBois et Fils, Le Locle. Seit 1751 stellt die Marke ununterbrochen Uhren her, die letzten 30 Jahre aber mit sehr bescheidenem Erfolg. Thomas Steinemann, langjähriger Manager der US-Konzern Fossil in Basel, stiess mehr per Zufall auf die zum Verkauf stehende Firma. Das traf sich gut, denn Steinemann suchte neue berufliche Herausforderungen. Warum nicht eine alte Uhrenfirma zu neuem Leben erwecken?

Die grosse Uhrenkrise in der Schweiz führte dazu, dass die Marke in den 80er Jahren von der Familie DuBois nach Deutschland verkauft wurde. Das Gründerhaus in Le Locle – noch immer im Familienbesitz – steht noch, inklusive Büros und das bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende Firmenarchiv.

Doch Steinemanns persönliche DuBois-et-Fils-Geschichte begann mit einem Schreck, einem Albtraum. «Ich wachte schweissgebadet auf. Monster wollten mich fressen, und die Monster waren die grossen Uhrenmarken.» Ihm wurde klar, dass er etwas anderes machen musste als jene Grossfirmen, die ihm im Traum bedroht hatten.

Es gab eigentlich nur einen Ansatz: Exklusivität, Unverwechselbarkeit, handwerkliche Spitzenqualität. Mit dem Designer Marcus Eilinger, der die bisher 16 DuBois-et-Fils-Uhren entwarf, machte er sich Gedanken zum Phänomen Luxus. «Luxus heisst, einer von wenigen zu sein», sagt Steinemann. In diesem Fall: Einer der wenigen, der eine DuBois-et-fils-Uhr besitzt. Deshalb werden von jeder Uhr nur gerade 99 Exemplare oder weniger produziert.

Doch zuvor musste er Kapital beschaffen. Er beschritt einen für das Luxussegment völlig ungewöhnlichen Weg: Crowdfunding. «Crowdfunding, das war etwas für die Kunstszene, aber nicht für Luxusbrands», sagt Steinemann. Er änderte das Crowdfunding in ein Equity-Funding und bot Aktien von DuBois et Fils zum Kauf an. Er verzichtete deshalb auch auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter, sondern setzte alleine auf ihre Website (www.duboisfils.ch). Hier war ein Aktien-Angebot geschaltet, der alle Bedingungen eines Angebotsprospekts umfasste. Es gab keine Renditeversprechen, und es gab noch keine Uhr. Nur eine Bedingung: «Ihr müsst Freude haben ein Teil der ältesten Uhrenfabrik der Schweiz zu werden!» Das Zückerchen: Aktionäre mit einem Mindestkapital haben beim Uhrkauf 40 Prozent Rabatt. Blieb noch ein Problem: Wie macht man auf die Website aufmerksam? «Wir generierten Stories für die Medien. Das zog.».

Im August 2012 gingen DuBois et Fils online, Ende Februar 2013 zählte DuBois 600 Investoren aus 21 Ländern (ausser USA: Die Vorschriften der Börsenaufsicht waren prohibitiv teuer). Die kleinste Stückelung ist 500 Franken, aber interessanterweise gab es viele, die auch 10'000 Franken lockermachten. Steinemann baute sich ein Beziehungsnetz in der Schweiz auf, suchte Uhrwerke, Zifferblätter, Zeiger... und eine Firma, der die Uhr zusammensetzte. Heute fertigen viele hochqualifizierte Hersteller im Schweizer Jura für DuBois et Fils Uhrenteile und garantieren ein hochwertiges Produkt. Die Preise bewegen sich zwischen 6150 und 14'900 Franken. Der Geschäftssitz der neuen DuBois ist in einem kleinen Büro am Hirzbodenweg in Basel. Dort sind neben Steinemann noch ein Mitarbeiter für die Produktion und eine Mitarbeiterin für Kommunikation und Marketing tätig. Heute hat die Firma DuBois et Fils schon über 760 Aktionärinnen und Aktionäre aus 28 Ländern. Diese werden über eine Aktionärsplattform betreut. Damit hat Steinemann als erstes Unternehmen weltweit, die papierlose Aktionärsbeziehung realisiert. Auf der Website können sich die Aktionäre austauschen. «Das ist wichtig. Es gibt eine Art Community, eine kleine, verschworene Gemeinde. Sie und ihre Familien sind unsere besten Botschafter», sagt Steinmann.

Bisher lief auch der Verkauf nur über die eigene Homepage. «Das ist sehr effizient. Luxus und E-Commerce, das ist die Zukunft. Mit einem neuen innovativen Retailkonzept verbindet Steinemann Online und Retail. Auch für den Detaillisten habe das sehr viele Vorteile und garantiere ihm in Zukunft neue Kunden und Absatzkanäle, sagt Steinmann. Auf der Website ist ersichtlich, welches Modell in welchem Laden zu haben ist.

Club de Bâle statt Baselworld

Dieses Jahr wird DuBois et Fils 230 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum präsentiert die Marke an der Vorpremiere zur Baselworld am 18.3. eine Jubiläumsuhr.

Die Uhr ist mit einem Werk aus ihrem historischen Lager ausgestattet, hergestellt von der ebenfalls längst verschwundenen Firma Record. Steinmann: «Wir haben das Werk vollständig auseinandergenommen und mit grossem Aufwand restauriert.

An der Messe selbst ist DuBois et Fils nicht direkt vertreten. Sie empfängt Kunden, Presse und Ihre Aktionäre vom 18. Bis 24.3. im Club de Bâle. Mit interessanten Vorträgen rundet DuBois et Fils das Jubiläumsprogramm ab. Ausserdem gibt es vom 15. bis 31.3. nochmals die Gelegenheit, Aktien von DuBois et Fils zu erwerben.

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