Basler Fasnacht

Dumm rüssle am Stroosserand – das sind die fünf Reizthemen für die Zeit zwischen Morge- und Ändstraich

Politische Korrektheit ist nur eine der Provokationen, welche die Basler Fasnacht im Jahr nach der Unesco-Zertifizierung beschäftigen. Diese Aufreger werden uns 2019 durch die «drey scheenschte Dääg» begleiten.

Gläbber im Gässli – oder doch nicht? Seit Jahren ist die Grünpfahlgasse zwischen Rümelinsplatz und Gerbergasse ein heisses Pflaster. Partygänger verstopften die Gasse, es kam zu Aggressionen und Pöbeleien. Und das Unternehmen Mitte nahm Sachbeschädigungen im grösseren Ausmass in Kauf. Damit soll ab jetzt Schluss sein: Die «Mitte» macht auf dezidiert fasnächtliches Programm, damit sich die Unruhestifter verziehen. Trotz Zuversicht: Die Kantonspolizei schätzt die Lage ähnlich ein wie im Vorjahr, um Rücksicht und Toleranz wird gebeten.

Schnitzelbängg à gogo: Bleiben wir kurz beim Unternehmen Mitte, das sich mit dem Standort Gerbergasse an bester Fasnachtslage befindet, bislang jedoch eher weniger fasnächtlich ausgerichtet war. Dort sollen dieses Jahr nicht nur Guggen, sondern auch Schnitzelbängg auftreten. Neu gibt es nämlich auch Sitzplätze in der Halle. Derzeit ist die «Mitte» wohl eines der wenigen grossen Basler Lokale, wo für Schnitzelbangg-Genuss keine Reservation notwendig ist.

Tierwohl im Fokus: Vergangenes Jahr waren es noch nicht die Rassismus-Vorwürfe, mit denen sich Fasnächtler auseinandersetzen mussten, sondern Vorwürfe der Tierquälerei. Eine Gruppe Tierschützer warf insbesondere den Chaisen – von Pferden gezogenen Kutschen – vor, das Tierwohl zu missachten. Es kam zu Demos, dabei stellte sich das Fasnachts-Comité auf den Standpunkt, dass die Tiere betreut und auf Tauglichkeit kontrolliert würden. Ruhe kehrte deswegen nicht ein, schliesslich gibt es trotz Demo immer noch Chaisen. Deshalb wollen die Tierschützer diese Fasnacht wieder demonstrieren, und zwar am Mittwoch, 13. März, ab 12 Uhr im De Wette Park beim Bahnhof. Zudem stellt die Gruppe in Aussicht, dass ab 2020 erstmals eine E-Kutsche ohne Pferde im Einsatz stehen soll. Die ist nicht nur tierfrei, sondern auch CO2-neutral.

Regenschutz ahoi: Das Wetter ist seit Wochen ein Gesprächsthema. Erst sonnig und warm. Dann Regen und Sturm. Nun hoffen die Fasnächtler auf einigermassen stabile Witterung. Doch es zeichnet sich bereits Regenwetter ab. Zumindest am Morgestraich. Musste ja so kommen, wenn die Fasnacht im März ist – nach so einem Februar! Wenigstens können nun alle, die den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht kennen, die Schuld am Sudelwetter all jenen Maturreisenden anhängen, die mit dem Flugzeug nach Barcelona jetten.

Glaibasel live: Schliesslich bleibt noch festzuhalten, dass entgegen aller Traditionspessimisten die Fasnacht nicht am Rheinbord aufhört. Nach Jahren des Klagens, dass die Fasnacht im Kleinbasel aussterbe, bringen neben angestammten Guggen vor allem Schissdräggzygli wieder Leben in die nächtlichen Gassen. Beachtung findet dabei auch das «Ufer7», die Riviera-Beiz von Teufelhof-Chef Raphael Wyniger. Dort soll es just am Dienstag imposante Guggenauftritte am Rhein geben.

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