Auf Basels Strassen herrscht ein harter Kampf: Es geht um die Vorherrschaft im Bereich Elektrotrottinetts. Die E-Scooter, wie sie auch genannt werden, gelten als ein wichtiger Bereich der zukünftigen Mobilität mit grossem Wachstumspotenzial. Eine Reihe von in- und ausländischen Start-Ups versucht seit letztem Sommer, die Nummer 1 zu werden. Sie alle setzen auf das Prinzip der Sharing Economy – die E-Trottis werden per Smartphone-App gemietet und nach der Fahrt für den nächsten Benutzer stehen gelassen.

Mittlerweile ist es schwierig, die Übersicht zu behalten. Als Erste startete vergangenen August die Swisscom-Tochter Cablex mit ihrer Marke Ibion. Im Gegensatz zur Konkurrenz waren ihre Trottinetts aber standortgebunden. Sie mussten am Ende der Fahrt wieder in die zuständigen Boxen, die an mehreren Bahnhöfen in der Region stehen, zurückgebracht werden. Die anderen Anbieter setzen alle auf das sogenannte Freefloating-System: Die Trottinetts können irgendwo abgestellt werden und stehen dann wieder zur Verfügung.

15 Boxen aufgebrochen

Eigentlich hätte dieses System die teuren Elektro-Trottinetts von Ibion auch vor Vandalismus schützen und ihre Lebensdauer verlängern sollen. Wie Radio Energy nun berichtete, wurden an den Bahnhöfen Basel, Muttenz und Pratteln diese Woche insgesamt 15 der Boxen aufgebrochen und die Tretroller entwendet. Der Sachschaden beträgt rund 80'000 Franken. Daraufhin hat Ibion den Betrieb eingestellt. Projektleiter Mirko Woetzel spricht von einem «traurigen Lerneffekt»: Nun werde man den Sachverhalt überarbeiten und baldmöglichst wieder starten. Auch weitere Standorte und neue Preismodelle sind geplant.

Deutsche und US-Unternehmen

Das Angebot an E-Scootern nimmt laufend zu: Aktuell sind neben Ibion auch noch Trottinetts der Firmen Tier und Flash unterwegs – beides deutsche Start-Ups. Auch die US-Firma Lime will bald wieder auf die Basler Strassen zurück. Deren grüne Leih-Trottinetts waren Anfang des Jahres komplett aus dem Verkehr gezogen worden. Mehrere Personen hatten sich verletzt, nachdem die Trottis aufgrund eines Softwarefehlers während der Fahrt eine Vollbremsung vollzogen hatten.

In den nächsten Wochen will ausserdem noch der US-Anbieter Bird den Basler Markt aufmischen. Das zeigen Recherchen der «Schweiz am Wochenende». Das kalifornische Unternehmen ist bereits in Zürich aktiv. Bereits im Juni will Bird in der Stadt 200 Trottinetts bereit stellen. Das ist das vom Kanton vorgeschriebene Maximum, das auch die anderen Konkurrenten nicht überschreiten dürfen.