Euro-Airport

EAP-Direktor Rämi: «Ein neues Restaurantkonzept mit neuen Betreibern»

Bald auch in Basel-Mulhouse: Trib’s-Restaurant auf dem Flughafen von Montpellier.

Bald auch in Basel-Mulhouse: Trib’s-Restaurant auf dem Flughafen von Montpellier.

Autogrill gibt per 1. Oktober sein Restaurant am Euro-Airport ab. Neu übernimmt der französische Konzern Elior. Die Gruppe hat bereits Standorte an den Flughäfen in Paris, Madrid und Barcelona. Auch neu kommt ein Restaurationsbetrieb namens «Trib's».

Autogrill bezeichnet sich selber als Weltleader für die Verpflegung von Reisenden. Auch auf dem Euro-Airport (EAP) nimmt er mit der Betreibung des Flughafenrestaurants und weiterer Verpflegungspunkte wie «Segafredo», «News café», «Time café», «Grab and Go» oder «Crousti café» eine Vorrangstellung ein.

Damit ist es bald vorbei. Das Restaurant gibt Autogrill bereits auf den 1. Oktober ab, wie dort zu erfahren ist. Neu übernimmt es der französische Konzern Elior. «Wir haben die Ausschreibung gewonnen», bestätigt Mediensprecherin Chrystel Baude.

Die 1991 gegründete Gruppe macht mit 103'000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von knapp 4,5 Milliarden Euro - 510 Millionen Euro davon auf Flughäfen wie in Paris, Madrid oder Barcelona. Auf dem EAP kümmert sich der Konzern mit der Firma Elior Services um die Reinigung der WC-Anlagen. Diese Ausschreibung hatte er Anfang 2013 gewonnen.

Etwas fast völlig Neues

«Es wird mit neuen Betreibern ein neues Restaurantkonzept geben», gibt EAP-Direktor Jürg Rämi preis. Die Einzelheiten und die verschiedenen Betreiber sollen ausführlich auf einer Medienkonferenz Ende September oder Anfang Oktober vorgestellt werden. Etwas «fast völlig Neues», kündigt Rämi an.

Veränderungen wird es nicht nur beim Restaurant geben. Auf der Ankunftsebene, französische Seite, weist schon heute ein Schild darauf hin, dass hier im letzten Quartal 2013 ein Restaurationsbetrieb namens «Trib's» eröffnet wird.

Das Konzept stammt von einem anderen grossen Player für Dienstleistungen für Reisende namens Largardère Services - in diesem Bereich die Nummer eins in Europa. Das Unternehmen betreibt auch Dutyfree-Boutiquen, verkauft über die Kette Relay Zeitungen und Zeitschriften und ist nicht nur in 400 Bahnhöfen und Metrostationen, sondern auch auf 140 Flughäfen vertreten. Largardère Services weist einen Jahresumsatz von 3,8 Milliarden Euro auf.

An die Jahreszeiten angepasst

Das Konzept von «Trib's» sieht frische, vor Ort hergestellte Speisen vor. Das Angebot an Sandwiches, Salaten, Quiches, Suppen und Pasta soll regelmässig den Jahreszeiten angepasst sein.

Vorgesehen sind auch regionale Produkte aus dem Elsass wie Tarte flambée, Wurstwaren, Wein oder Bier. Es gibt einen Selbstbedienungsbereich und eine bediente Theke. Die Selbstbedienungsecke mit Ölen, Senf, Muskatnuss, Essig, Ketchup, Salz und Pfeffer soll wie in der heimischen Küche daherkommen.

Das erste Trib's wurde 2010 im Flughafen von Toulon eröffnet. 2012 folgte das elfte in Clermont-Ferrand. Derzeit gibt es neun weitere Projekte, davon fünf ausserhalb von Frankreich. Die Bezeichnung «Trib's» stammt von Französisch «tribu» (der Volks-Stamm) und soll vermitteln, dass hier natürliche Materialien wie Holz eingesetzt werden.

Durchschnittlich bis langweilig

Der kulinarische Neustart wird dem Flughafen gut tun. So könnte insbesondere die Karte im Restaurant mit einem doch recht durchschnittlich bis langweiligen Angebot an Speisen eine Auffrischung und stärkere Orientierung an den Jahreszeiten gebrauchen.

Der Service war beim Besuch der bz im gut frequentierten französischen Brasserieteil hingegen freundlich und schnell. Auch die Küche trödelte nicht: Die Rindspitzen mit Schalotten, Pommes frites und Salat standen kurze 17 Minuten nach der Bestellung auf dem Tisch, schmeckten sehr korrekt und waren mit 16,60 Euro auch nicht überteuert.

Auf der Schweizer Seite hätte das selbe Essen aus der gleichen Küche mit 27,50 Franken allerdings umgerechnet immerhin 6,60 Franken mehr gekostet.

Da wird es interessant, ob der neue Betreiber an den länderspezifischen «Marktpreisen», wie der Flughafen das nennt, festhält. Die französische Mehrwertsteuer führt Autogrill übrigens auch für den Schweizer Restaurantteil ab - eine von vielen Absonderlichkeiten auf dem binationalen Flughafen.

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