Prozess
Ehefrau erschiesst ihren Mann aus Versehen - schuldig, aber keine Strafe

Eine 32-jährige Baslerin hat ihren Ehemann, einen 35-jährigen Spanier aus Versehen per Kopfschuss getötet. Am Mittwochmorgen stand sie vor Gericht. Das Gericht sprach sie wegen fahrlässiger Tötung schuldig, aber bestraft sie nicht.

Andreas Maurer
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Frau fand milde Richter (Symbolbild)

Frau fand milde Richter (Symbolbild)

Keystone

Das Basler Strafgericht hat die Schweizerin der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Auf die von der Staatsanwaltschaft beantragten bedingten Freiheitsstrafe verzichtete es aber, da die Täterin schon genug bestraft sei. Sie leidet sehr unter dem Verlust ihres Ehemanns.

Seit 15 Jahren lebte sie mit ihm zusammen. «Wir hatten es nicht immer einfach, sind aber zusammen durch dick und dünn gegangen», berichtete die Angeklagte. Im März dieses Jahres, wenige Tage nach der Hochzeit, passierte der tragische Unfall.

Das Gericht glaubt der Darstellung der Ehefrau: Demnach hat er sie aufgefordert, die Pistole auf ihn zu richten und abzudrücken. Er versicherte ihr mehrmals, dass sie nicht geladen sei. Um ihr Vertrauen in ihn zu beweisen, folgte sie ihm.

Patrone vertauscht

Der Schuss durchdrang seinen Schädel fünf Zentimeter oberhalb seines Ohrs. Wieso die Pistole wider Erwarten geladen war, ist unklar. Das Gericht geht davon aus, dass der Spanier die Schusswaffe lud, als er durch den Fernseher oder Marihuana abgelenkt war. Statt der roten Manipulationsmunition griff er zur scharfen Munition.

Nach dem Vorfall fand die Polizei die rote Munition auf dem braunen Wohnzimmerteppich. Die Angeklagte muss die Gerichtskosten von rund 15‘000 Franken bezahlen. Sie ist bereits mit 30‘000 Franken verschuldet. Vor Gericht weinte sie. «Das Gericht hat Mitgefühl mit Ihnen», sagte der Richter.