Nach seinem Ausscheiden als Direktor der Bank Coop (heute Bank Cler) mit dreijährigem Berufsverbot durch die Finanzmarktaufsicht ist es ruhig geworden um Andreas Waespi. Nun gibt der Finanzmann ein Rauchzeichen: Zusammen mit seinem Freund und Ex-UBS-Banker Tony Guggenbühler zieht er einen Onlinehandel für Zigarren auf. «Despacito Cigars» heisst die Marke, die Waespi lancieren will. «Gemächlich» soll nicht nur der Charakter des Genusses sein, «despacito» heisst auch der Song von Luis Fonsi, der die Charts stürmte und zur Namensgebung animierte. Waespi sagt, mit freudiger Überraschung habe er festgestellt, dass die gleichnamigen Domain-Adressen noch frei gewesen sind.

Auf despacito.ch ist derzeit allerdings noch nichts erkennbar. Der Onlineshop werde erst im Verlauf der Monate Mai oder Juni aufgeschaltet. Bereits diese Woche aber hat Waespi zusammen mit Guggenbühler die Despacito Cigars AG gegründet. Sein Kollege sei der grössere Raucher und deshalb auch der Präsident der Firma, meint Waespi.

Für den Anfang lässt das ehemalige Finanzduo in der Dominikanischen Republik 20'000 Zigarren in Handarbeit drehen. Verpackt in tausend Holzkistchen werden sie in die Schweiz verfrachtet und von hier aus durch ein Logistikunternehmen ausgeliefert. Bis zum richtigen Start soll im Selbstversuch die Qualität getestet werden. Nicht nur, ob die Zigarren so schmecken, wie sie es sich vorgestellt haben. Sondern auch, ob der Onlineshop tatsächlich so funktioniert wie geplant.

Genussraucher mit Rabatt

Die Tatsache, dass es im Bekanntenkreis eine ganze Reihe von Genussrauchern gebe, habe sie erst auf die Idee gebracht, eine eigene Zigarre zu kreieren. Eine milde soll es werden, ein gutes Produkt, aber sicher keines der Spitzenklasse, meint Waespi. Auszeichnen soll es sich jedoch durch den Preis. Im Direktvertrieb, und damit am Detailhandel vorbei, sollen die Despacito deutlich günstiger sein als vergleichbare Tabakrollen. Um wie viel günstiger, mag Waespi hingegen noch nicht verraten.