Im Unterschied zu Basel mit seinen unzähligen Möglichkeiten, die WM zu verfolgen, waren sie im Elsass rar gesät. Grund dafür waren die Sicherheitsanforderungen des Staates nach den Terroranschlägen ab 2015, die manche Stadtverwaltung so sehr entmutigten, dass sie ganz auf öffentliche WM-Anlässe verzichtete.

Eine Zeit lang hiess es sogar, sie könnten ganz verboten werden. Am 29. Mai beschloss Innenminister Gérard Collomb aber, das Public Viewing in gesicherten Zonen zu erlauben – mit einer Priorität für geschlossene Strukturen wie Stadien und Hallen.

In Village-Neuf ist das Spiel im Saal Rive-Rhin zu sehen, der 700 Zuschauer fasst. Mit den Erfolgen der französischen Mannschaft entschied sich auch Saint-Louis, das Halbfinale gegen Belgien und das Finale am Sonntag gegen Kroatien auf zwei Grossleinwänden im Kulturzentrum «Forum» zu zeigen. 

Einlass ist ab 16.30 Uhr und Platz hat es für 600 Personen. Beim Halbfinale gegen Belgien am Dienstag kamen 300. Der Eintritt ist gratis, aber wie bei allen grösseren Anlässen in Frankreich muss man ein wenig Zeit einrechnen, da wegen der Anschlagsgefahr am Eingang die Taschen kontrolliert werden.

Die Metropole Strassburg klotzt

Die grösste Match-Übertragung im Elsass findet in Strassburg im Jardin des Deux Rives statt, ein grenzübergreifender Park, der am Rhein liegt. Schon beim Belgien-Spiel waren 15 700 Zuschauer gekommen. Den Anlass lässt sich die europäische Metropole etwas kosten. Zusätzlich zur nationalen und städtischen Polizei werden 40 bis 50 Sicherheitsbeamte im Einsatz sein.

Jean-Marie Zoellé, Maire von Saint-Louis, backt kleinere Brötchen: «Das wäre für unsere Stadt nicht möglich. Es bedeutet so schon Aufwand, den Anlass zu organisieren.» Bei der Euro 2016, die in Frankreich stattfand, unterlagen die Franzosen im Finale in der Verlängerung Portugal mit 0:1. Das war ein kleines nationales Drama, von dem niemand hofft, dass es sich wiederholt.

Der Maire glaubt an den Titel

Zoellé zeigt sich optimistisch:«Ich denke, dass wir gewinnen. Jetzt sind wir schon so weit gekommen.» Geht der WM-Titel wirklich nach Frankreich, werden wie beim Belgien-Spiel Hunderte Fans auf der zentralen Kreuzung feiern. Zum Schutz gegen jubelnde Raser wird sie für den Autoverkehr gesperrt.

Die Freude hat auch Schattenseiten. In Mulhouse wurde Dienstagabend ein Tram mit Steinen angegriffen, in Huningue brannten zwei Autos, in Saint-Louis Mülleimer angezündet. Zoellé bleibt aber zuversichtlich, dass sich die Auswüchse in Grenzen halten werden.