Der 6. April war ein Glückstag für den Zoo Basel, als Schimpansen-Baby Nkombe das Licht der Welt erblickte. Natürlich freute das die kleinen Besucher ganz besonders. Der «Jöö-Effekt» war garantiert! Vor allem aber war es eine erfreuliche Nachricht für die Zolli-Verantwortlichen. Jungtier Nkombe wird dafür sorgen, dass die Nachfrage in den nächsten Wochen massiv in die Höhe springt. «Ein Junges kann auf das Jahr gesehen bis zu 50 000 zusätzliche Besucher anlocken», sagt Marc Riggenbach. Der stellvertretende Zoodirektor sagt aber, dass für so ein Resultat optimale Rahmenbedingungen herrschen müssen. Das Wetter muss stimmen, zum Beispiel. Oder wie es beim Nachwuchs in den anderen Schweizer Zoos aussehe.

Riggenbach betont jedoch, dass es dem Zoo Basel bei der Geburt eines Jungtiers nicht um den wirtschaftlichen Gedanken gehe. «Wir sind ein Kulturgut für Basel und die Region, das langfristig plant. Aber natürlich freut uns die positive Meldung aus dem Affenhaus.» Trotzdem: 50 000 Besucher mehr empfängt der Zoo Basel natürlich mit offenen Armen. Bei einem Eintrittspreis von 7 Franken für ein Kind und 18 Franken pro Erwachsenen kommt da eine erheblicher Betrag zusammen.

Wildschweine im Zoo Basel

Auch die Wildschweine im Basler Zolli  haben zurzeit Nachwuchs.

Elefantengehege 2017 fertig

1,034 Millionen Eintritte zählte der Zolli im Jahr 2015. Dies ist zwar um einiges weniger als in den Jahren zuvor. Jedoch wurden damals für Abo-Kunden noch 20 Pauschaleintritte im Jahr verrechnet, egal wie oft diese dann schlussendlich in den Zolli gingen. Dies ist nun nicht mehr so. Jeder Eintritt wird einzeln verrechnet. Im Zehnjahrestrend sehe man eine stetige Zunahme der Nachfrage, sagt Riggenbach weiter. «Das ist die Zahl, die uns interessiert und an der wir uns messen.» Natürlich drängt sich bei der Veröffentlichung dieser Statistik auch der Vergleich mit dem Zoo Zürich auf. Eine Million Menschen strömten im Jahr 2013 dort durch die Eingangstore. In den Jahren darauf waren es jeweils sogar 1,2 Millionen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf das im Jahr 2014 eröffnete Elefantenhaus. Dieses hat 57 Millionen Franken gekostet – die Rechnung scheint aber offenbar aufgegangen zu sein.

Auch in Basel wird im Frühling 2017 ein neues Zuhause für die Elefanten eröffnet. Es liegt auf der Hand, dass die Verantwortlichen des Basler Zoos auf einen ähnlich positiven Effekt wie bei den Zürcher Kollegen hoffen. Riggenbach: «Klar ist dahinter auch ein wirtschaftlicher Gedanke, das ist ja logisch. Aber der Vergleich mit Zürich ist auch heikel, denn dort konnte man neben der Eröffnung des Elefantengeheges auch gleich noch Nachwuchs präsentieren. Dies war ein absoluter Glücksfall für die Zürcher.»

Rappenantilopen im Zoo Basel

Die jungen Rappenantilopen tollen im Basler Zolli herum.

Werbeoffensive geplant

Dass dies in Basel im nächsten Jahr ebenfalls geschehen wird, ist ausgeschlossen – zurzeit gibt es im Zolli keine Elefanten-Bullen. Dass die Eröffnung des neuen Geheges trotzdem zum Erfolg wird, dafür ist man bereits jetzt bemüht. Die Planungsphase des Marketingkonzepts ist im vollem Gange. Für Plakate in der ganzen Schweiz sowie für den Auftritt auf Socialmedia-Kanälen soll ein tiefer sechsstelliger Betrag investiert werden, wie Riggenbach gegenüber der bz sagt. Affen-Baby Nkombe kam also gerade recht.