Wettbewerb
Ein Basler Barchef will weltweit der Beste werden

Am Montagabend findet in Zürich das Schweizer Finale des Barkeeper-Wettbewerbs World Class Competition statt. Mit dabei ist der Basler Thomas Huhn. Für den Wettbewerb musste er einen eigenen Cocktail kreieren.

Jasmin Grasser
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Thomas Huhn an seiner Bar.

Thomas Huhn an seiner Bar.

Martin Töngi

Dunkle Sitzgruppen und eine edle Bar mit einer umfangreichen Auswahl an Spirituosen: Der Arbeitsplatz von Thomas Huhn, Chef du Bar im Basler Grand Hotel Les Trois Rois lässt für den passionierten Barkeeper keine Wünsche offen. «Ich bin seit rund sechs Jahren hier und es macht mir immer noch Spass wie am ersten Tag», sagt er.

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Thomas Huhns Cocktailrezept ist ein Klassiker mit lokal produzierten Produkten. Einen Whiskytumbler mit Eis füllen, 5 cl Gin von Paul Ullrich, 3 cl Vermouth Rosso und 2 cl Bitter Gran Classico von Oliver Matter hinzufügen und mit einer Orangenzeste dekorieren. (jag)

Wettbewerbe als Erfahrung

Huhn ist einer von fünf Basler Barkeepern, der sich für das Schweizer Finale der World Class Competition qualifiziert hat. Alle fünf Basler Teilnehmer arbeiten im «Les Trois Rois». «Ich gehe als Beispiel voran», sagt der 36-Jährige. Es sei wichtig, Mitarbeiter zu fördern und sie zu ermuntern, an Wettbewerben teilzunehmen. Huhn selbst stand 2010 im Final. «Wenn man sich bemüht, ist vieles möglich.» Für den Wettbewerb musste Huhn einen eigenen Cocktail kreieren.

Eine Jury komme vorbei, bewerte Geschmack und Aussehen des Cocktails - aber auch den Barkeeper selbst. «Das Wirken der Person hinter der Bar ist ebenso elementar wie das Getränk.» Huhn gibt offen zu, dass der Sieg das Ziel ist. «Wenn man im Schweizer Final steht, möchte man auch in den Europa-Final kommen.» Danach präsentieren die Finalisten ihre Kreationen auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer, wo der Sieger gekürt wird. «Die verschiedenen Aufgaben, und dass der Wettbewerb auf Englisch stattfindet, sind Herausforderungen», sagt Huhn. Solche, die über die täglichen Anforderungen im Dienstleistungssektor hinausgehen.

Familie hatte zu Beginn Mühe

Der gelernte Hotelfachmann hat bereits während seiner Ausbildung Cocktails gemixt. «In dem Hotel, in dem ich ausgebildet wurde, hatte es keine Bar, also habe ich meinen Chef überredet, mir einen Koffer mit Barutensilien und einen Tisch zur Verfügung zu stellen», erinnert sich Huhn lächelnd. Darauf habe er im Restaurant Pina Coladas und Mojitos gemixt. Er sei fasziniert gewesen von der Welt der Spirituosen. «Meine Familie hatte zu Beginn ein wenig Mühe damit, weil sie ein sehr einschlägiges Bild von dem Beruf hatte.»

Mehr als nur Drinks mixen

Die Anforderungen an einen Barkeeper hätten sich in den letzten Jahren geändert, nicht nur im Hochpreissegment. «Die Vorstellung, dass man die ganze Nacht an der Bar steht, Drinks mischt und erst um fünf Uhr morgens ins Bett kommt, stimmt nur bedingt.» Die Aufgaben seien gewachsen, ein Barkeeper sei gleichzeitig auch eine Fachperson für Spirituosen, brauche Feingefühl, Einfühlungsvermögen und Verkaufstalent. «Wir haben den direkten Kontakt mit den Gästen und unterhalten uns mit ihnen.»

Es sei ein Anliegen eines guten Barkeepers, einem Gast jeden Wunsch zu erfüllen. «Wir wollen den perfekten Service natürlich auch an der Bar garantieren», sagt Huhn. Was er in Zukunft machen wird, kann der Mann im tadellos sitzenden Anzug noch nicht sagen. «Ich kann mir vorstellen, eine Barschule zu eröffnen, aber sehe auch die Möglichkeit, dass ich Immobilien verkaufe.» Seine grösste Stärke sei tatsächlich sein Verkaufstalent, sagt Huhn.