Ein Kreis in Leuchtpink, ein Drittel davon ist grün eingefärbt, Highheels zwischen Männerfüssen in Businessschuhen und darunter prangt der Slogan «Die Mischung macht’s»: Am Dienstag präsentierte das Komitee für die Einführung von Geschlechterquoten seine Kampagne für die bevorstehende kantonale Abstimmung am 9. Februar über die Einführung einer Geschlechterquote in den Verwaltungsräten staatsnaher Betriebe in Basel. Unterstützt wird das Komitee von den Linken und Grünen Parteien, von Frauenorganisationen und den Gewerkschaften. Für die Geschlechterquote stehen für die Kampagne 20 000 Franken zur Verfügung.

Bekannte Argumente

Im September hat der Grosse Rat die Einführung einer Geschlechterquote von 30 Prozent für die Verwaltungsratssitze in staatsnahen Betrieben gutgeheissen, die durch den Grossen Rat und die Regierung bestimmt werden. Dagegen haben mehrheitlich junge bürgerliche Frauen das Referendum ergriffen. Dies mit dem Argument, eine Quote sei nicht nötig.

Dem Pro-Komitee ging es am Dienstag ein wenig ähnlich, wie dem Referendumskomitee vor einer Woche bei der Lancierung ihrer Kampagne: Neue Argumente konnten sie kaum anführen. Als prominente Rednerin begründete Clivia Koch, Präsidentin der Wirtschaftsfrauen Schweiz und Vorstandsmitglied von Alliance F, warum es die Frauenförderung braucht: Es könne nicht sein, dass auf der Suche nach Fachkräften auf Arbeitskräfte aus dem Ausland gesetzt werde, statt auf die gut ausgebildeten Frauen im Inland zu setzen. «Ich verlange als Steuerzahlerin und Wirtschaftsfrau, dass teure Ausbildungen auch genutzt werden.»

Stattdessen würden sich viele «resignierte Frauen» in die Familien zurück ziehen. «Und als Konsumentin verlange ich, dass nicht nur Männer meine Interessen vertreten», sagte Koch weiter. Sie stellte fest: «Es ist nicht einfacher geworden.» Den härteren Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt bekämen auch die Frauen zu spüren.

Prominente Unterstützung

Als weitere bekannte Kämpferin für Quoten unterstützt Ständerätin Anita Fetz ausnahmsweise eine kantonale Vorlage: «Eine Quote von einem Drittel kann man problemlos umsetzen», sagte Fetz. Sie sehe keinen vernünftigen Grund gegen eine Quote. Eines der häufig angeführten Argumente der Quotengegner, es komme auf die Eignung an, nicht auf das Geschlecht, entkräftete sie mehrfach: «Ich kenne das System von innen. Es ist nicht so.»

Sie stelle in reinen Männergremien den Hang zu einer ungesunden Harmonie fest. «Aber eine Dissenskultur ist wichtig, nur so werden gute Entscheide gefällt.» Mit Blick auf all die gescheiterten Firmen und auch auf das Debakel in der Führung der Basler Verkehrsbetriebe meinte Fetz: «Haben wir wirklich die Besten? Ich zweifle daran.»