Sie wippt in der Kälte vor sich hin, klatscht und strahlt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Passanten bleibt die Seniorin Margrit aus Riehen stehen, als die Fasnächtler und Schnitzelbänkler aus allen Richtungen kommen, und reibt sich die Hände: Beim zweiten Durchlauf wird sie den roten Knopf in der Mitte des Rümelinsplatzes drücken. Dann fängt das Treiben von vorne an.

Mehr als 150 Leute waren am Samstagnachmittag im Einsatz, als das Drummeli mit einem Flashmob für sich warb. Die Aktion sollte Passanten «gluschtig» machen auf die Vorfasnachtsveranstaltung des Comités. Aber nicht nur: Ein zweiminütiger Zusammenschnitt des Geschehens ist seit Montag als Werbeclip online zu sehen.

Der Drummeliknopf

Der Drummeliknopf

Und das ist es, das Flashmob-Video.

Selbstkritische Rahmenstückler

Regisseur Laurent Gröflin hatte die traditionelle Veranstaltung vor einem Jahr auf den Kopf gestellt – und wurde vom Publikum kritisiert. Reduziertes Bühnenbild, wenige Pointen, zu intellektuelle Rahmenstücke. Das Comité hielt trotzdem an Gröflin fest. Jetzt, kurz vor der Premiere, ist dieser zuversichtlich: «Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen und sind überzeugt, dass das neue Drummeli wieder vielen Zuschauern gefallen wird», sagt er, während die «Hunne»-Gugge die Gasse beim Restaurant Schnabel hinab posaunt.

Kurz darauf sagen die Rahmenstück-Schauspieler beim roten Knopf etwas auf, das man auf dem Platz mangels Mikrofonen kaum versteht. Im Video aber wird klar: Sie spielen auf den Rahmen an, der an der Fasnacht 2017 bekanntlich gesprengt wird und darauf, dass die Rahmenstücke im vergangenen Jahr nicht ganz so gut ankamen. Selbstverständlich pfeift und tambourt sich mit der «Breo» auch eine Clique über den Rümelinsplatz.

Spontane Statisten-Rolle

Und was wäre ein Drummeli ohne den Nachwuchs? Die junge Garde der «Opti-Mischte» kommt zum Zug, wenn auch mehr rennender- als marschierenderweise. Und was haben eigentlich die Waggisse am Fenster an einer Drummeli-Aktion zu suchen? Sie rollen das Transparent aus, werfen Räppli und Orangen, geplant ist aber offenbar ein grösserer Auftritt am Drummeli selber.

Ob sie dann ihrer wahren Berufung nachgehen und intrigieren? Margrit aus Riehen würde es sicher gefallen. Sie selber intrigierte einst, was das Zeug hält. Am Drummeli wird sie sich aufs Klatschen und Lachen beschränken müssen, doch allenfalls kommt ja ein Waggis oder der Drummeli-Schnitzelbank vorbei und gratuliert ihr zum Geburtstag. Auf Einladung von Drummeli-Chef André Schaad wird sie diesen an der Derniere verbringen. Im Gegensatz zum Flashmob war die Einladung aber spontan. Als Dank für die lustige Statisten-Rolle, die sie im Video einnimmt.

Drummeli: 18. bis 24.2.2017 im Musical Theater Basel. Tickets: www.drummeli.ch/tickets