Die «Tageswoche» ist Geschichte. Wenn nicht gleich heute, dann schon bald. Die Ankündigung, das Basler Medienprojekt werde eingestellt, kommt nicht überraschend. Aber sie verspricht, so seltsam dies vielleicht klingt, ein versöhnliches Ende.

Wäre die Geschichte der «Tageswoche» so verlaufen, wie sie sich nun in ihrem letzten Kapitel erzählt, wäre sie eine andere geworden. Denn endlich ist verantwortliches Handeln erkennbar: Sollen die Mitarbeiter einen anständigen Abgang erhalten, gilt es den Stecker zu ziehen, solange dafür Mittel bereitstehen.

Verantwortliches Handeln war aber gerade nicht die Tugend der «Tageswoche». Geradezu fahrlässig planlos hat sich Mäzenin Beatrice Oeri breitschlagen lassen, einen zweistelligen Millionenbetrag bereitzustellen, um ein vermeintliches Basler Mediendesaster zu verhindern. Mit gleich drei sich widersprechenden Strategien sollte das Glück des Tageswoche-Online-Print-Magazins erzwungen werden. Als trotz hartnäckiger Realitätsverweigerung die Einsicht dämmerte, dass die Einnahmen hinten und vorne nicht reichen würden, vertraute die Redaktion auf den schier unendlichen Reichtum der Mäzenin. Der Stiftungsrat perfektioniert bis heute seine Vogel-Strauss-Politik und schleicht sich aus jeder Verantwortung.

Die letzte Geschäftsführung fand zwar auch keine Mittel, sich am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, in den ihre Vorgänger geführt haben. Doch sie hat einen Weg gefunden, ein würdiges Ende zu setzen. Immerhin.