Bunt verziert und mit Tags und Graffiti versehen präsentieren sich die acht ionischen Säulen, die vor den Eingangstüren zum Sommercasino stehen. Türen, die in den letzten neun Monaten den Musikfans und -machern verschlossen geblieben sind. Seit Januar wird in der Villa an der Münchensteinerstrasse nämlich fleissig gebaut, gemalt und geschliffen. Im Hintergrund sind auch an diesem Mittwochmorgen noch Sägen und Schleifmaschinen zu hören, die Paletten in Sitzmöglichkeiten verwandeln sollen. Während zwei junge Damen unbeeindruckt von der anwesenden Medienschar weiter ihrer Arbeit nachgehen, werden die drei neuen Säulen präsentiert, auf deren Fundament das Sommercasino – wenn auch nur inhaltlich und nicht physisch – in Zukunft stehen soll.

«Das Sommercasino soll ein Ort werden, an dem Junge Inputs geben, aber auch lernen und profitieren können.» Mich Gehri, Gesamtleitung Sommercasino

«Das Sommercasino soll ein Ort werden, an dem Junge Inputs geben, aber auch lernen und profitieren können.» Mich Gehri, Gesamtleitung Sommercasino

Während die acht alten Säulen Überbleibsel des alten Socas sind, präsentieren die drei neuen die veränderte Ausrichtung und das neue Konzept, mit dem die Organisatoren wieder zu Erfolg kommen wollen. Die erste Säule sollen die jungen Kulturschaffenden bilden. «Egal ob dies Musiker, DJs, Bildhauer oder Theaterdarsteller sind, sie alle können sich hier verwirklichen», erklärt Michi Gehri, Geschäftsleiter des seit Januar neuen Soca-Trägervereins Junge Kultur Basel und Gesamtleiter des Sommercasinos. Damit setzen die neuen Verantwortlichen die versprochene Öffnung gegenüber anderen Kunstformen um. Ein zweiter tragender Pfeiler soll ein neues Café sein, welches den Park vor der Villa beleben und ins Quartier einbinden soll. Wann das «Café im Park» eröffnet, ist noch unklar. «Momentan läuft das Bewilligungsverfahren und wir werden so schnell wie möglich mit einem Provisorium starten. Der definitive Start ist auf Frühjahr 2017 angesetzt», sagt Gehri.

Vorbilder aus Aarau und Solothurn

Als dritte und letzte Säule sollen junge Erwachsene – nach dem Vorbild des KiFF in Aarau oder des Kofmehl in Solothurn – eingebunden werden. Sie sollen Teil werden der Kitchencrew oder in die Programmgestaltung involviert werden. «Das Sommercasino soll ein Ort werden, an dem Junge Inputs geben können, die dann auch massgebend sein sollen. Aber die Jungen sollen auch lernen und profitieren können.»

Vereint sollen diese drei Säulen das neue Soca stützen und bilden. Das traditionsreiche Jugendhaus hat sich aber nicht nur inhaltlich, sondern auch in seiner Erscheinung verändert. Sowohl der Saal als auch der Club wurden einer Frischzellenkur unterzogen und neu gestrichen. Das neue Farbkonzept sorgt dafür, dass der Besucher, je tiefer er ins Haus hineingeht, umso dunklere Farben an den Wänden zu sehen bekommt. Der 500 Personen fassende Saal wurde in einem Ochsenrot, der Club, der das «pumpende Herz» und für die Ausstrahlung des ganzen Hauses zuständig sein soll, erstrahlt in einem dunklen Grünton.

Ein erstes Mal zu sehen bekommen das die Besucher am 1. September. Dann startet das Soca in sein grosses Eröffnungswochenende. Der Club, der zwei Wochen vor dem Saal eröffnet wird, wird an drei Abenden drei verschiedenen Musikrichtungen eine Plattform bieten: zuerst dem Reggae, dann dem Hip-Hop und dem R'n'B und schliesslich, am Samstag, dem 3. September, dem Rock. «Das soll zeigen, auf welche drei Sparten das Soca angelegt sein wird», begründet Gehri das Start-Programm. Dieses soll dem Soca zwar ein neues Gesicht verleihen, es aber gleichzeitig so bunt lassen, wie es die Säulen am Eingangsbereich sind.

Das Eröffnungswochenende des Socas findet vom 1. bis und mit 3. September im Club statt. Der Saal öffnet am 17. September.