Das war ein Ding. «Wo bleiben die Jasserinnen?», hiess es allenthalben nach dem ersten Qualifikationsturnier vor vierzehn Tagen. Beim Auftakt zum bz-Jasskönig im Sissacher Schloss Ebenrain schaffte es damals nur gerade die Niederdörferin Sonja Albini unter die besten Zehn. Als Achte qualifizierte sie sich als einzige Frau für das Finalturnier vom 29. Mai im Weiherschloss Bottmingen. Spöttische Kommentare, dass Jassen halt eben doch Männersache sei, konnte sich der eine oder andere Schnauzträger nicht verklemmen.

Edith Merz toppt das Punktetotal

Den Schnauzträgern haben sie es aber diesmal ordentlich gezeigt, die Jasserinnen. Am zweiten Qualifikationsturnier vom Dienstagabend in der prächtigen Wenkenhof-Reithalle in Riehen war Frauenpower angesagt. Die zufrieden lächelnde Siegerin Edith Merz (Therwil) verwies ihre engste Verfolgerin, die Birsfelderin Margrith Zutter, auf den Ehrenplatz. Mit Cecile Dürr (Gelterkinden) und Margrit Bucheli (Aesch) schafften zwei weitere Frauen den Finaleinzug.

Dabei übertraf Merz, in ihrem Heimatort Therwil als regelmässige Preisjasserin bekannt, sogar das Punktetotal des Ebenrain-Siegers Thomas Leisibach (Rothenfluh).
Mit 3386 Zählern setzte sie auf Leisibachs Total von 3318 fast 70 Punkte mehr drauf und beeindruckte durch aussergewöhnliche Konstanz: 1110, 1088 und 1188 Punkte lauteten Merz’ Zwischenresultate pro Passe. Aber auch die zweitplatzierte Zutter knackte die magische 3300-Marke.

«Brutal hohes Niveau»

Merz und Zutter bestätigten damit nur, was der mitjassende bz-Basel-Redaktor Sämi Hufschmid angesichts seines 55. Rangs mit leichter Verzweiflung in der Stimme ausrief: «Das spielerische Niveau ist brutal hoch!» Nach der Hälfte der Qualifikationsturniere und der bereits fest stehenden 20 Finalisten – fünf Frauen, fünfzehn Männer – zeichnet sich ab, dass es mehr als 3050 Punkte braucht, um Ende Mai um die erstmals vergebene Krone des bz-Jasskönigs spielen zu können. Die Ehre der bz-Redaktion hielt dafür der stellvertretende Ressortleiter Basel-Stadt Ben Rosch hoch, der sich den starken 6. Rang erjasste, selbstverständlich aber auf seinen Finalplatz zugunsten des elftplatzierten Rieheners Peter Huber verzichtete.

Wer es wie der Bottminger Peter Hug nicht schaffte, konnte sich immerhin neben dem Spielspass am vorgängigen Buffet mit Hörnli und Gehacktem oder vegetarischen Älplermagronen «den Bauch vollschlagen». Für Silvia Schumacher aus Pratteln war das bz-Jassturnier in Riehen schon fast so schön «wie Weihnachten». Weniger wegen ihres 66. Rangs als viel mehr wegen eines spontanen Präsents, das sie erhielt: Sie durfte zehn Sets der speziellen bz-Jasskarten mit nach Hause nehmen. Turnierleiter Dominik Hadorn wachte dagegen mit Sperberaugen, dass keiner der extra angefertigten  bz-Jassteppiche abhanden kam. Denn die werden noch für die restlichen drei Jassturniere benötigt, wenn um den Titel des bz-Jasskönigs 2018 gespielt wird.

Infogram: Rangliste bz-Jasskönig 13.03.2018