Mitmach-Aktion
Ein Gassenname als Strassenfeger – die Namensvorschläge zur neuen Gasse

Wie die neue Gasse zwischen Barfi und Steinenberg heissen soll, haben wir letzte Woche gefragt. Die besten Namensvorschläge aus der bz-Leserschaft für den neuen Barfi-Durchgang präsentieren wir Ihnen nun hier.

Benjamin Rosch
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Letzte Woche haben wir gefragt, wie die neue Gasse zwischen Barfi und Steinenberg heissen soll. Eine Menge Antworten haben wir erhalten. Diese schicken wir nun gebündelt an die Nomenklaturkommission.

Letzte Woche haben wir gefragt, wie die neue Gasse zwischen Barfi und Steinenberg heissen soll. Eine Menge Antworten haben wir erhalten. Diese schicken wir nun gebündelt an die Nomenklaturkommission.

Nicole Nars-Zimmer niz

Für die Basler Nomenklaturkommission gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Es erwartet sie ein Bündel Ideen der bz-Leser von der Grösse eines Bundesordners. Die schlechte: Egal, für welche Vorschläge sie sich schliesslich entscheiden wird, sie wird eine ganze Menge Leute enttäuschen müssen. Mehrere hundert Vorschläge erreichten die Redaktion. Meist via Mail, aber auch übers Telefon oder auf dem Postweg sandten die Leser ihre Namensvorschläge ein für die neu entstandene Gasse zwischen Barfüsserplatz und Steinenberg.

Wie wird die Gasse wohl heissen?

Wie wird die Gasse wohl heissen?

Nach stundenlangem Durchforsten der Ideen, lässt sich sagen: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und doch lassen sich lose Gruppen ausmachen.

Sehr viele potenzielle Taufpaten des neuen Durchgangs orientieren sich an den lokalen Begebenheiten. Die beiden Einsendungen «Casino-Gasse» und «Seibi-Gässlein» (in unterschiedlichsten Abwandlungen) gehören zu den Topfavoriten, das ergab auch die Umfrage. Beide konnten mehrere dutzend Nennungen verzeichnen. Die unmittelbare Nähe zum Musiksaal inspirierte zudem viele zu Referenzen an die Musik und die Kultur im Allgemeinen: «Sinfoniesträsschen», «Tongässli», «Nootegass», «Musikgasse» und «Fugengasse» stellen da nur eine bescheidene Auswahl dar.

Dann gibt es die Historiker. Sie sehen in der Namensgebung der Passage eine Chance, an längst vergessene Begebenheiten zu erinnern. Die «Franziskanergasse» etwa sollte die Bedeutung des ursprünglichen Klosters an jener Stelle wieder ins Gedächtnis rufen, die «Salzgasse» dessen Nutzung als Lagerstätte. In das selbe Register fallen Nennungen wie «Zem Birsig» oder die Eselsgasse. Letztere lehnt sich an den Eselturm an, der früher an dieser Stelle gestanden hat und lange den Obrigkeiten als Untersuchungsgefängnis diente.

Eine weitere Gruppe Ideenstifter widmet sich dem Sport. Karli Odermatts Vorschlag einer «Maischtergass» fand grossen Anklang. Noch ausgefeilter ist der Vorschlag von Leser Rolf Schrämmli: Er regt an, die Gasse beidseitig mit Graffiti zu verzieren, welche die Sportgrössen der Region ehren, analog dem Musik-Wandbild im Gerbergässlein.

Wenig erstaunlich wurde auch die Fasnacht zum Sujet für die Freunde der Toponomastik. Das «Morgestraichgässli» etwa regt die Frage an, welche Clique zukünftig den Ablaufort dort haben könnte. Ausgefallen mutet der «Räpplispalt» an, während bei einer «Guggegass» die Streitigkeiten vorprogrammiert sind.

Lang ist indes die Liste der Prominenten Söhne und (etwas kürzer) Töchter dieser Stadt, welche gewürdigt werden sollen. Die Künstler Jean Tinguely, dessen erste Ehefrau und Künstlerin Eva Aeppli sowie Sigi von Koeding wurden mehrfach genannt, aber auch Forscher Bruno Manser oder der prägende Architekt Johann Jakob Stehlin. Hans Huber, der schon dem Musiksaal seinen Namen verlieh, zählt genauso zu den Vorschlägen wie Dirigent Paul Sacher oder Reformator Sebastian Costello.

Und dann waren da noch die wilden Wünsche und Anregungen, deren kreativsten Auswüchse hier kurz genannt werden sollen, von makaber über romantisch bis derb: «Knochengasse», «Rendez-vous-Gässli», «Soggeschluuch», «Zehengasse» und last but not least: «Canal Urinal». Die Redaktion dankt für die tolle Mitarbeit und wird nun die Nomenklaturkommission mit Ihren Ideen beglücken!