Grosser Rat Basel-Stadt
Ein grosser Name allein reicht nicht (immer)

Zahlreiche stadtbekannte Personen und ehemalige Politiker gehören zu den Wahlverlierern.

Patrick Marcolli
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Viele prominente Basler Gesichter - überraschende Wahlresultate.

Viele prominente Basler Gesichter - überraschende Wahlresultate.

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Einige haben sich echte Hoffnungen auf einen Sitz im Grossen Rat gemacht, andere waren wohl nur als Listenfüller und Stimmenbeschaffer im Einsatz: Die Reihe von ehemaligen Politikerinnen und Politikern und Persönlichkeiten, die am Sonntag nicht gewählt wurden, ist überraschend lang.
Sie beginnt zum Beispiel mit dem früheren FDP-Vorzeigemann Daniel Stolz. Er erreichte immerhin Rang 3 und kann sich Hoffnungen machen, im Verlauf der Legislatur nachzurücken. Schwieriger wird es für seinen Parteikollegen Christian Egeler, der noch hinter dem abgewählten Christian Moesch den vierten Platz erreichte.

Lediglich im Mittelfeld landete beim Grünen Bündnis die ehemalige Grossratspräsidentin Brigitta Gerber. Auch alt SP-Nationalrätin Christine Keller ist auf ihrer Liste lediglich vierte Nachrückende. Im Wahlkreis Riehen hat Rita Schiavi-Schäppi den Einzug in den Grossen Rat für das Grüne Bündnis verpasst.
Gerade beim Freisinn, der im Stadtkanton erheblich Federn lassen musste, haben es einige in der Stadt und Region bekannte Kandidatinnen und Kandidaten nicht geschafft.

Auch die SVP gehört zu den Verlierern

Unter ihnen die ehemalige Regierungskandidatin Nadine Gautschi, die alt Grossräte Stephan Maurer, Rolf Stürm und Roland Vögtli, Metrobasel-Chefin Regula Ruetz oder der einstige Wahlkampfmanager Edwin Tschopp. Boxclub-Chef Angelo Gallina, der sich erneut hat aufstellen lassen, ist in der nächsten Legislatur nicht direkter Nachrückender.

Auch die SVP gehört zu den Verlierern dieser Wahl. Alt Grossrat Oskar Herzig hat den Sprung ins Parlament nicht mehr geschafft. Immerhin liegt er noch einen Rang vor der grossen weiblichen Nachwuchshoffnung der Partei, Laetitia Block.

Gutes Resultat für Kommunikationschef des Unispitals

Auch bei der eigentlichen Siegerpartei des Wahlsonntags, den Grünliberalen, gibt es Verlierer. So hat alt Grossrat Emmanuel Ullmann sich mit einem Platz im Mittelfeld wohl für den Moment aus der lokalen Politik verabschiedet. Der frühere Journalist und heutige Kommunikator des Unispitals, Nicolas Drechsler, wurde zwar nicht gewählt, hat auf seiner Liste aber ein ordentliches Resultat erzielt.

Der Wahlsonntag hat gezeigt: Bekanntheit kann nützen, muss aber nicht. Gastro-Unternehmer Franz-Xaver Leonhardt (CVP) und CMS-Stiftungspräsident Lukas Faesch (LDP) haben von ihrer stadtweiten Bekanntheit profitieren können. Insbesondere die Liberalen setzen auf ihren Listen seit einiger Zeit auf prominente Namen. Während Faesch triumphiert, muss der ehemalige Polizeikommandant Gerhard Lips zur Kenntnis nehmen, dass ihm sein früheres Amt überhaupt nichts genützt hat.

Von Wartburg wird nachrücken

Auch Architekt Meinrad Morger, dessen Claraturm vis-à-vis seines Messeturms derzeit in die Höhe wächst, hat es nicht geschafft, aber immerhin steht er etwas weiter oben auf seiner Liste als Lips. Ähnlich erging es dem Bankier und Präsidenten der Kommission zum Historischen Museum, Urs Gloor, wie auch Anwalt und Zunftmeister Oscar Olano. Hervorragend abgeschnitten hat hingegen Beat von Wartburg, der Direktor der CMS. Sofern Stephanie Eymann im zweiten Wahlgang in die Regierung gewählt wird, und davon kann seit gestern fast sicher ausgegangen werden, wird er nachrücken und im Grossen Rat Platz nehmen.

Direkt hinter von Wartburg hat sich Corinne Eymann, die Frau von Nationalrat Christoph Eymann, eingereiht. Direkt gewählt wurde Annina von Falkenstein, die Tochter von Patricia von Falkenstein und Christoph Eymann. Ihr Bruder Benjamin hingegen erreichte allerdings auf seiner Liste nur einen Platz im Mittelfeld.

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