Aderlass

Ein harter Schlag für die Baselworld: Breitling verlässt die Uhren- und Schmuckmesse

Die gute Lage des imposanten Standes der diesjährigen Ausgabe hat Breitling nicht in Basel gehalten.Archivfoto Oliver Menge

Die gute Lage des imposanten Standes der diesjährigen Ausgabe hat Breitling nicht in Basel gehalten.Archivfoto Oliver Menge

Der renommierte Luxusuhrenhersteller Breitling aus Grenchen wird 2020 nicht an der Basler Uhren- und Schmuckmesse ausstellen. Dabei hatte Breitling nach dem Auszug der Uhrenmarken, die zur Swatch-Gruppe gehören, mit seinem imposanten, dreistöckigen Messestand den besten Platz.

CEO Georges Kern sprach von einer «sehr erfolgreichen» Baselworld 2019. Der Konzern wolle aber auf eigene, von einer Messe unabhängige Kommunikationsformate setzen, «die uns ermöglichen, unsere Zielgruppen terminlich und örtlich flexibel über die Entwicklung der Marke und die Produktneuheiten zu informieren».

Hauptgrund war später Termin

Als Hauptgrund für den Rückzug nannte Kern den Termin: «Ausschlaggebend ist in erster Linie der Baselworld-Termin Ende April, der sich nicht mit unserer Planung vereinbaren lässt.» Für die Messe ist das bitter, war der neue Termin vom 30. April bis 5. Mai 2020 doch durch die Synchronisierung mit dem Genfer Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) zustande gekommen. Ihrerseits schreibt die Baselworld in einer Medienmitteilung: «Diese Terminharmonisierung wurde von Industrie wie Händlern und Medien gleichermassen begrüsst, da gerade die Händler und Medienschaffenden aus Amerika und Asien nicht zweimal innerhalb weniger Wochen in die Schweiz reisen müssen.»

Bekannt geworden war das Ausscheiden von Breitling durch ein Interview, das der CEO der «Sonntagszeitung» gegeben hatte. Darin wies er auch darauf hin, dass der Luxusuhrenhersteller keinen Verkaufsstand mehr brauche. Breitling bewege sich in einem sehr kompetitiven Umfeld mit etwa 30 anderen relevanten Schweizer Uhrenmarken. «Wenn Sie dem Kunden heute eine Uhr vorstellen, diese jedoch noch nicht gekauft werden kann, springt er ab und kauft sich ein Konkurrenzprodukt.» Der ideale Termin sei der Februar.

Die Türe ist nicht ganz zu

Michel Loris-Melikoff, Direktor der Baselworld, drückte in dem Mediencommuniqué der Messe sein Bedauern aus, dass Breitling nicht mehr an der Baselworld ausstelle. Kern wiederum schlug die Türe nicht total zu und sagte: «Ob wir ab 2021 wieder nach Basel zurückkehren, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.» Was aber schon klar ist: Ein derart grosser und teurer Auftritt wie bisher dürfte ausgeschlossen sein. Die Teilnahme 2019 hatte für Breitling den Vorteil, dass der Stand von 2018 nicht abgebaut werden musste.

Die Baselworld signalisierte gegenüber der bz, dass der Zeitpunkt der Baselworld neu angeschaut werden müsse, wenn «noch mehr Aussteller sagen, dass der neue Termin für sie nicht passt».

In einem Interview mit der «NZZ» sagte der Baselworld-CEO Loris-Melikoff, dass die Grundsatzentscheidung über die Messeausgabe 2020 nach den Sommerferien fallen werde. Er verwies darauf, dass die Messe mit mehreren Firmen im Gespräch sei, die in den letzten drei Jahren abgesprungen seien, aber Interesse zeigten, zurückzukommen. Namen nannte er keine.

Die Teilnehmerzahlen der Baselworld waren zuletzt von 1300 bei der Ausgabe 2017 auf nur noch 520 im Jahr 2019 gesunken. Empfindlich um 22 Prozent zurückgegangen waren dieses Jahr ebenfalls die Besucherzahlen. Auch Journalisten waren weniger gekommen.

Weiterer Entscheid noch offen

Grundlegend für die weitere Entwicklung dürfte die Entscheidung des LVHM-Konzerns sein, zu dem die Uhrenmarken TAG Heuer, Hublot und Zenith & Bulgari gehören. Laut einem weiteren Artikel von «NZZ online» von gestern ist die LVHM-Spitze derzeit am diskutieren, ob der Konzern 2020 an der Baselworld teilnehmen werde.

Bereits zugesagt haben soll laut Loris-Melikoff der Chef des Familienunternehmens Patek Philippe. Eine weitere gute Nachricht für die Messe ist, dass die Rolex-Schwestermarke Tudor angekündigt hat, ab 2020 an einem eigenen Stand in der Halle 1.0 präsent zu sein. «Rolex wird seinen Stand entsprechend um die Tudor-Fläche vergrössern», teilte die Baselworld mit.

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