Dass dies in Riehen nicht einfach nur ein lockerer Geldtransfer ist, sondern ein mit viel Idealismus verbundenes Engagement, beweisen die zahlreichen Anlässe zu fremden Kulturen, die in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden haben.

Am kommenden Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntag taucht Riehen drei Tage lang ins afrikanische Lebensgefühl ab. Nach fünf Jahren Pause findet im und rund um das Gemeindehaus wieder der Afrikamarkt statt.

Afrikaner zeigen ihr Potenzial

Geht man nach den Beschreibungen von Organisatorin Corinne Eichenberger, ist der Begriff «Markt» für den Anlass völlig untertrieben. «Während der Organisation wurden es immer mehr Dimensionen. Immer mehr Teilnehmer kamen dazu.» Riehen wird zum Treffpunkt für Afrikaner aus der Region. Doch sie werden keinesfalls unter sich bleiben. Es ist ein auch Zusammenkommen zwischen der Riehener Bevölkerung mit Menschen aus ursprünglich fernen Kulturen.

Ein kunterbunter Basar mit Schmuck, Kunsthandwerk, Kleidern, Masken und Taschen aus mehr als zwanzig Ländern lädt zum Stöbern und Einkaufen ein. Rund um das Gemeindehaus bieten zahlreiche Stände mit exotischen Spezialitäten und kulinarischen Leckerbissen eine köstliche Reise durch Afrika. «Die Afrikaner können hier ihr vielseitiges Potenzial, das oft verkannt wird, präsentieren», betont Eichenberger. Sie weiss, dass sich auch die afrikanischen Teilnehmer auf den Anlass freuen. «Für viele von ihnen wird es ein richtiges Happening.»

Im Gemeindehaus stellen fünf afrikanische Künstler zeitgenössische Werke aus. Draussen gibt es täglich ein Live-Konzert. Corinne Eichenberger schwärmt bereits heute vom Freitagabend, wenn Youssouf Karembe und seine Band, melodiöse, langsame Musik mit rassiger Musik mischen wird. «Kein Tanzbein wird ruhig bleiben», ist sie überzeugt. Riehener Kinder der Musikschule «Ton in Ton» zeigen ihr Können mit afrikanischen Instrumenten. Der Kinderchor der Primarschule Niederholz singt afrikanische Lieder.

Am Samstagnachmittag erzählt Michael Tonfeld Kindergeschichten der Riesenschnecke Wa Bibio. In den sieben Workshops kann unter anderem spielerisch Suaheli gelernt werden. «Wir wollen die Brücke von Riehen nach Afrika schlagen», sagt Gemeinderätin Annemarie Pfeifer (EVP). Riehen habe eine sehr grosse humanitäre und soziale Tradition auch in Riehen selbst. «Die Diakonissenwerke haben in Riehen sehr viel Wichtiges und Gutes geleistet.» Am Engagement der Gemeinde wolle man die Bevölkerung teilhaben und sie ein Stück davon mitnehmen lassen.

Engagement politisch verankert

Annemarie Pfeifer war selber schon mehrmals in Afrika. Sie erlebte Menschen, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation ihr Schicksal positiv annehmen. Riehens humanitäres und soziales Engagement ist politisch verankert. Der Leistungsauftrag fordert zum einen die finanzielle Hilfe, zum anderen regelmässige, kulturübergreifende Anlässe. «Das grosse Engagement von Riehen ist für eine Gemeinde sehr aussergewöhnlich.» Pfeifer wünscht sich den grossen Afrikamarkt regelmässig alle vier Jahre. «Er stellt für mich einen Ast eines grossen Baumes dar, mit dem wir Riehener einen Schritt in die uns fremden Kulturen von Afrika machen.»