Open-Air-Kino
Ein Hauch von Piazza beim Open-Air-Kino vor dem Münster

Eine anstrengende Suche nach Prominenten im Open-Air-Kino vor dem Münster - wer sucht, wird fündig. Nach einer Werbeflut findet man dann auch einen Film, in dem Carla Bruni zwei Sätze sagt.

Tumasch Clalüna
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Woody Allen-Premiere beim Orange Cinema
7 Bilder
 Adrian und Andrea Knup.
 Sarah-Jane und Thomas Portmann.
 Regierungsrat Hanspeter Gass und Frau Silvia.
 Wettermoderator Jan und Natasha Eitel.
 Direktionspraesident der BKB Hans Rudolf Matter, Grossratspraesident Markus Lehmann und Claude Margelisch, Vorsitzender der Geschaeftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung.
 Ralph Lewin, VR-Praesident der Bank Coop und Frau Paula Lewin.

Woody Allen-Premiere beim Orange Cinema

Kenneth Nars

Es ist einer der wenigen schwülen Sommerabende dieses Jahres. Der Teer glüht, die Menschen schwitzen und verbergen sich im Schatten der kühlenden Bäume. Es ist halb acht Uhr, gerade hat das Open-Air-Kino auf dem Münsterplatz seine Türen geöffnet, und bereits sind die meisten Plätze reserviert. Abgetrennt vom gewöhnlichen Publikum vergnügen sich die Gäste der Basler Kantonalbank in der gleichnamigen Lounge. Prominente sind angesagt, darauf weist zumindest die Präsenz von «Glanz & Gloria» hin, das Celebrity-Magazin des Schweizer Fernsehens.

Überall Schlangen

Der Weg dahin ist beschwerlich. Überall haben sich Schlangen gebildet, vor dem Apérostand, an dem jeder Besucher einen Gratisdrink erhält, vor dem Eiswagen, wo jeder Besucher umsonst Glace bekommt, und seltsamerweise auch vor der Bar, wo nichts gratis ist, die Promo-Aktion des Apéro-Getränkeherstellers jedoch nachhaltige Wirkung zeigt:
20 Minuten Wartezeit für ein Bier.

Viele bekannte Geesichter

Damit versorgt, betrete ich suchend die Lounge. Wie ich da so durch die Menge starre, fällt mir auf, dass die Fernsehleute genauso neugierig suchen. Man sieht Vertreter aus der Lokalpolitik, so Regierungsrat Hanspeter Gass mit Frau Silvia, Wirtschaftsleute und da tatsächlich: Adrian Knup, ehemaliger FCB-Star und Nationalmannschaftsspieler, dann Schlagersternchen Sarah Jane mit ihrem neuen Bauern-Schwarm Thomas Portmann. Viele bekannte Gesichter aber sind nicht unter den Angekündigten. So schlendere ich durch die Reihen und entdecke das Buffet als Glamour-Faktor Nummer eins.

Dinge wie eine Kalbs-Kaninchen-Terrine oder eine Suppe mit Krevetten wären eines wahrhaftig grossen Promi-Events durchaus würdig, allein, sie strahlen doch ein wenig verloren vor sich hin. Punkt 21.15 Uhr beginnt sich die Leinwand langsam aufzurichten. Eine leichte Hektik bricht aus, als alle zu ihren Plätzen laufen. Dann folgen zuerst
20 Minuten Werbung, unter anderem ein ziemlich geschmackloser Spot der «SonntagsZeitung», der den Nahostkonflikt als Kinderei darstellt. Das Loungepublikum klatscht.

Die Ouvertüre gestaltet sich zähflüssig und ärgerlich. Zuerst die Werbeflut am Open-Air-Kino-Eingang, das Warten an der Bar, die wenigen Prominenten, wieder Warten bei der Geschirrrückgabe – die besteckzählende Dame möge meinen kurzen Ausraster entschuldigen, und jetzt nochmals eine Werbeflut in laufenden Bildern auf der Leinwand.

Zwei Sätze der Bruni

Immerhin steht am Ende dieser Warteschlange der neue Woody-Allen-Film «Midnight in Paris». Das ist der, in dem Carla Bruni zwei Sätze sagt. Als sich dieser als eine weitere Auflage des Gegensatzes Europa-USA entpuppt und damit das gerade Erlebte rückwärts spiegelt, gehe ich. Am Rheinsprung höre ich die letzten Takte von Mungo Jerry’s Bluesband, die mit «In the Summertime» einen Riesenhit hatte. Bei diesen Prominenten fühle ich mich einiges wohler.