Tanja Soland hat selber keinen Hund. Im Gegenteil. Die Basler SP-Grossrätin ist passionierte Joggerin und dabei auch schon von einem Bernhardiner gebissen worden. Trotzdem hat sie ein Herz für des Menschen besten Freund. Gemeinsam mit Fraktionskollegen macht sie sich deshalb stark für einen Hundepark in der Basler Innenstadt – und das an bester Lage, etwa am Marktplatz oder auf dem Münsterplatz. Der Park soll zum Treffpunkt für Hunde und ihre Besitzer werden: «Die Hunde können sich ungeniert austauschen und Herrchen und Frauchen ebenso.» Per Vorstoss wird die Regierung nun dazu aufgefordert, entsprechende Pläne zu prüfen.

Mehr Freiraum für Hunde

Mit einem ganzen Vorstosspaket wollen die Sozialdemokraten zu einer attraktiven Basler Innenstadt beitragen. Diese dürfe nicht nur als Shoppingmeile genutzt werden, sondern brauche auch für die Wohnbevölkerung attraktive Treffpunkte. «Die Menschen sollen sich auch am Sonntag in der Innenstadt aufhalten, wenn die Läden geschlossen haben», findet Soland.

Dafür seien Anziehungspunkte wie mobile Beizen, eine fixe Veranstaltungsbühne oder eine attraktive Aussenmöblierung zu schaffen – oder eben auch ein Hundepark. Denn immerhin leben in Basel über 3900 Hunde. Bisher aber gebe es einzig im Horburgpark einen Hundepark, wo sich die Tiere frei austoben können.

Die SP hat gute Chancen, bei der Kantonsverwaltung mit ihrem Anliegen auf offene Ohren zu stossen. Schliesslich hatte die Stadtgärtnerei den bisherigen Hundepark stets als Erfolgsprojekt bezeichnet. Auch Kantonstierarzt Michel Laszlo hatte angekündigt, dass das Areal im Horburgpark nur ein erster Schritt zu mehr Freiraum für Hunde in Basel sein solle. Es kämen Hundehalter aus der ganzen Region dorthin. In Zukunft solle es aber in allen Teilen der Stadt ähnliche Anlagen geben. Der Kanton sei auf der Suche nach geeigneten Flächen. Mittlerweile stehen auch bereits zwei Hundebadestellen im Rhein zur Verfügung.

Andere sollen damit leben

Als Standort für einen neuen Hundepark könnte sich Grossrätin Soland etwa den nördlichen Teil des Marktplatzes vorstellen, wo sich früher ein grosser Veloparkplatz befunden hat. Natürlich könne er dort anderen Nutzungen in die Quere kommen, ist sie sich bewusst, «aber damit müssen wir Stadtbewohner leben können». Schliesslich sei doch gerade dies das Schöne an einer Stadt: alle zusammen und durchmischt.

Soland verweist auf New York, wo es ebenfalls mitten in der Stadt eingezäunte Hundeparks gibt. Auch in Basel gebe es immer weniger Orte für Hunde. Im Gegenzug würden Regeln wie der Leinenzwang immer strikter. Soland: «Daher wäre es toll, wenn man auch für die Hunde und deren Besitzer etwas Platz einräumen könnte.»

Gleichzeitig schwebt der SP als Zusatzservice ein Hundesitting vor, das unter der Woche zu bestimmten Zeiten angeboten werden könnte. So könnten Herrchen und Frauchen ihren Liebling abgeben und in Ruhe shoppen gehen. Dieses Angebot wäre wohl von privater Seite her zu organisieren, allenfalls von einem Hundeclub. Der Staat aber könnte die Organisation übernehmen. Die SP habe dazu keine konkreten Vorstellungen, räumt Soland ein. «Das ist die Aufgabe der Verwaltung. Wir Politiker dürfen manchmal auch nur Ideen oder Visionen haben.»