Zwei Verträge haben die Genossenschafter der SRG-Trägerschaft Region Basel am Mittwoch einstimmig gutgeheissen: die Auflösung des Baurechtsvertrags für das Studio Bruderholz sowie ein Zusammenarbeitsvertrag für den neuen Studiostandort beim Basler Bahnhof. Im Meret Oppenheim Hochhaus soll die erweiterte Kulturabteilung samt Regionaljournal im April 2019 einziehen. Ob sich die Genossenschaft mit den Verträgen einen Gefallen erweist, wird sich erst weisen. Denn die finanziellen Konsequenzen sind unklar.

Bisher lebten die Basler-SRG-Genossenschafter sorgenfrei: Zum einen überweist die SRG-Deutschschweiz jährlich 120'000 Franken nach Basel, zum anderen zahlt die SRG 230'000 Franken an Baurechtszinsen für das Studio Bruderholz. Zumindest dieser Betrag fehlt künftig.

Dafür kann die SRG Region Basel das Land auf dem Bruderholz verkaufen. Die Immobilienexperten der SRG gehen optimistisch von einem Verkaufswert von 22 Millionen Franken aus. Die SRG Region Basel selbst schätzt den Wert auf 12 bis 15 Millionen Franken. Damit wäre die finanziell sorgenfreie Zeit der Genossenschaft jedoch vorbei.

Für den Umzug in das neue Studio hat die Genossenschaft der SRG fünf Millionen Franken zugesagt. Dazu kommen Projektkosten in Höhe von einer Million Franken. Im realistischen Szenario verbleiben in der Kasse der SRG Region Basel 6 bis 9 Millionen Franken. Um weiterhin einen Ertrag von 230'000 Franken abschöpfen zu können, müsste dieses Kapital mit 2,5 bis 3,8 Prozent verzinst werden können. Im aktuellen Tief-Prozent-Zinsumfeld ist eine solche Rendite schwierig oder allenfalls durch eine risikofreudige Anlagestrategie zu erreichen.

«No Billag» stellt Planspiele infrage

Die Lage verbessert sich, wenn sich ein Maximalpreis von 22 Millionen Franken realisieren lässt. Dann ist die Genossenschaft allerdings verpflichtet, der SRG eine Million Franken als Heimfallentschädigung für das Studio zu zahlen, das durch die Auflösung des Baurechtsvertrags an die Genossenschaft fällt.

Ob die Planspiele überhaupt zur Anwendung kommen, entscheidet sich am 4. März mit der Abstimmung über die No-Billag-Initiative. Bei einer Annahme ist wenig wahrscheinlich, dass das neue Studio überhaupt in geplanter Version in Betrieb genommen wird. Ein Zurück ist jedoch ausgeschlossen. Niggi Ullrich, Präsident der SRG Region Basel, sagt: «Der Prozess ist irreversibel.» Immerhin: Würde die SRG abgeschafft, bliebe in Basel eine Medien-Genossenschaft mit einem Vermögen im zweistelligen Millionenbereich.