Bali
Ein junger Basler fertigt im Paradies aus Fischerbooten Möbel

Luc Richner hat sich einen Traum erfüllt. Seit vier Jahren lebt der Basler auf der indonesischen Insel Bali. Von dem, was er im Ferienparadies macht, kann er mittlerweile leben. Aus alten Fischerbooten stellt der 26-Jährige mit zehn einheimischen Schreinern Möbel her.

Muriel Mercier
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Luc Richner präsentiert am Muba-Stand eines seiner Möbel

Luc Richner präsentiert am Muba-Stand eines seiner Möbel

Nicole Nars-Zimmer

Für Tische, Spiegel- oder Bilderrahmen werden die Holzboote zersägt, für Schränke bleiben sie in ihrer Form. Wie bei normalen Schränken werden in die Boote Schubladen eingebaut, Tablars oder Weinregale eingepasst. Richner ist derzeit an der muba und präsentiert beim Gastland Indonesien seine Werke.

Die Boote, aus denen die Möbel hergestellt werden, seien für die Fischer nicht mehr brauchbar. «Sie sind morsch und können nicht mehr repariert werden.» Also kauft Richner den Fischern die Schiffe ab, und diese können sich mit dem Geld ein neues besorgen.

Angestellte würden von Fischerdorf zu Fischerdorf fahren - auch auf Sumatra oder Java - und die Boote zusammensammeln. Deren unterschiedliche Herkunft könne man an den verschiedenen Farben erkennen, mit denen das Holz bestrichen worden sei, erklärt Richner. Die Bemalung schleifen die Schreiner nämlich nicht ab - im Gegenteil: Sie holen die Originalfarbe wieder hervor. «Auf Bali bemalen die Leute ihre Boote eher neutral mit weiss. Es gibt aber Inseln, deren Bewohner knallige Farben benutzen.»

Jugendlicher Leichtsinn entschied

Richner kennt sich aus mit der asiatischen Kultur, ist er doch die ersten sieben Jahre in Hongkong aufgewachsen. Im Engadin hat der Basler Tourismus studiert. Danach ging er ein Jahr nach Bali. «Und dann wurde mir klar, dass ich mich entscheiden muss: Schweiz oder Bali.» Mit seinem jugendlichen Leichtsinn habe er sich für Letzteres entschieden, erzählt er. «Ich hatte natürlich Bekannte dort. Ich hatte mir bereits ein Netzwerk aufgebaut.»

Jedoch war für ihn immer klar: «Ich muss einen Beruf ergreifen oder einer Tätigkeit nachgehen, bei der ich nicht in Bali bleiben muss. Ich möchte immer wieder nach Hause kommen können.» Nach Indonesien gegangen sei er unter anderem auch wegen des Surfens. Und überhaupt: «Ich bin gerne auf dem Meer mit Booten unterwegs.» Aber er vermisse Basel zwischendurch: «Wenn ich hier bin, fehlt mir immer mal wieder Bali. Und umgekehrt.»

Richner hat noch viele Ideen, was man aus indonesischen Fischerbooten kreieren könnte. «Mein Ziel ist es, weitere Produkte herzustellen.»