Ein teurer Flügel steht mitten auf der Strasse. Immer wieder setzen sich Leute daran und zeigen ihr Können. Viele Passanten bleiben stehen, um sich von den Tönen berauschen zu lassen. So ähnlich wird es vom 9. November bis zum 12. November in Basel geschehen. Das Projekt «Open Piano for Refugees», ins Leben gerufen von Udo Felizeter und Nico Schwendinger, kommt erstmals in die Schweiz. Und zwar in die Basler Markthalle. Ein Piano der Firma Stoffler Musik wird die Leute zum Musizieren einladen.

Jeder der möchte, darf sich an den Flügel setzen und in die Tasten hauen. Wie Felizeter erzählt, kam den beiden Kollegen die Idee auf einer Fahrradreise durch Weissrussland und Polen. Dort standen oft frei zugängliche Pianos an den Strassenrändern. «Wir dachten uns nur: Das braucht es bei uns auch!», so Felizeter. 2016 starteten sie ihr Projekt ehrenamtlich. Teure Pianos von bekannten Marken standen an zwölf verschiedenen Standorten für die Leute bereit, die Resonanz war positiv. Mit dem Musikprojekt möchten die Begründer Spenden generieren, welche in das Doremi-Musikinstitut fliessen sollen. Dieses eröffnet das Duo voraussichtlich im März.

70 Schülerinnen und Schüler, vor allem Geflüchtete und Kinder aus einem schwächeren sozialen Umfeld, sollen dort das Spielen eines Instruments erlernen. Schwendinger und Felizeter ist es ein Anliegen, die Interaktion in der Öffentlichkeit und die gesellschaftliche Teilhabe von Minderheiten zu fördern. Felizeter sagt: «Musik ist die Weltsprache. Jeder versteht sie und sie wird überall gesprochen. Sie verbindet die Menschen.» (olm)