Gymnasium Leonhard
«Ein Mitschüler hat die Jacke ausgezogen um dem Kollegen zu helfen»

Der schwere Unfall, der sich während des Chemie-Unterrichts im Basler Gymnasium Leonhard ereignete, sind die Schüler schockiert. Wir sprachen mit einigen von ihnen.

Madlaina Balmer
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Der Unfall ereignete sich während des Chemie-Unterrichts. (Symbolbild)

Der Unfall ereignete sich während des Chemie-Unterrichts. (Symbolbild)

Keystone

Der Chemieunterricht hatte gestern für einen Schüler am Gymnasium Leonhard schlimme Folgen (wir berichteten). Vor Ort wissen verschiedene Schüler mehr über den Vorfall. «Ein Mitschüler hat die Jacke ausgezogen um dem Kollegen zu helfen», erzählt eine Gymnasiastin.

Die Klasse habe sich mit dem Thema «Brennbare Stoffe» befasst. Die Schüler seien alle vorne gestanden und der Junge habe den Versuch ausgeführt. Man habe mit Äthanol hantiert, sagt die Schülerin. Dieses habe sich im Unterricht auf einmal entzündet. Der Junge habe auf einmal gebrannt. Sein Kollege habe sofort reagiert und ihm die Jacke über den Kopf geworfen, um das Feuer zu löschen.

Vom Mitschüler angetrieben?

«Der Schüler spielte eigentlich beim Schülertheater der Sturm mit», sagt eine andere 18-jährige. Doch wegen des Unfalls könne er tragischer Weise nicht mehr mitspielen. Man habe ihn ersetzen müssen. Dieser Vorfall habe auch sie sehr betroffen gemacht, da sie die Schüler aus der 4. Klasse sehr gut kenne.

Eine andere Schülerin berichtet: «Meine Schwester kam sehr aufgebracht nach Hause.» Ihre Schwester sei beim Unfall dabei gewesen und habe zu Hause davon berichtet. Der Junge sei vorne gestanden und habe eine Flüssigkeit auf den Tisch geleert. Dann habe er stark gerieben. Ein Mitschüler habe ihn aufgefordert noch mehr von der Flüssigkeit dazu zuschütten. Das habe er auch getan und habe weiter gerieben.

Stichflamme traf den Jungen am Kopf

Auf einmal habe sich das Mittel entzündet und eine Stichflamme habe den Jungen am Kopf getroffen. Die ganze Klasse sei sehr schockiert gewesen. Der Unfall habe sich gegen zwölf Uhr ereignet.

Ob dieser Unfall bildungspolitische Konsequenzen haben wird, ist zurzeit noch nicht klar. Der Unfall bewegt jedoch die ganze Klasse und viele andere Mitschüler sehr. Weshalb dieser Chemieversuch solche schlimmen Folgen hatte, wird nun genau von der Staatsanwaltschaft überprüft. Der betroffene Junge liegt mit Verbrennungen ersten und dritten Grades im Spital. «Wir werden die Konsequenzen sorgfältig prüfen», sagt Christine Heuss, Präsidentin Bildungs- und Kulturkommission.