Am Rheinufer

Ein neuer Platz für Gourmets

Beste Lage: Der Expansionskurs des Teufelhof-Chefs beschert seinen Gästen eine schöne Aussicht (Restaurant rechts im Bild).

Beste Lage: Der Expansionskurs des Teufelhof-Chefs beschert seinen Gästen eine schöne Aussicht (Restaurant rechts im Bild).

Raphael Wyniger, der Inhaber des Teufelhof, schnappt sich ein Restaurant an Toplage. Das China-Restaurant Goji an der Unteren Rheingasse wird ab Ende Mai «Ufer7» heissen.

Heute schliesst das moderne China-Restaurant Goji an der Unteren Rheingasse gleich neben der Mittleren Brücke – für immer. Besitzerin Joyce He möchte nach nur zwei Jahren andere Wege gehen. Und macht Platz für ein neues Konzept.

Der Neo-Besitzer des Lokals mit der schönen Terrasse an Toplage heisst Raphael Wyniger. Die Verträge mit der Hauseigentümerin, der Vorest AG, müssen allerdings noch unterzeichnet werden. Wyniger ist bereits seit neun Jahren Patron des Gastronomie- und Theaterbetriebs Teufelhof; Ende Februar liess er eine weitere Firma ins Basler Handelsregister eintragen. Das Restaurant soll wie die Aktiengesellschaft «Ufer7» heissen. Wenn alles nach Plan verläuft, werden Ende Mai die Türen geöffnet, bestätigt Wyniger auf Anfrage der bz. Saniert werden muss lediglich die Terrasse, die Innenräume wurden vor zwei Jahren von Joyce He neu gestaltet.

Im Restaurant Ufer7 soll dereinst moderne, urbane Schweizer Küche angeboten werden. «Kreativ interpretiert und unkompliziert, mit schönen Klassikern», sagt Wyniger. Also zum Beispiel Röschti oder auch Fish&Chips – wobei dieses Gericht nicht als schweizerisch bezeichnet werden kann. «Kommt darauf an, was wir für einen Fisch verwenden», sagt Wyniger. Regionalität stehe im neuen Restaurant im Zentrum. Und einen jungen Spirit soll das Lokal auch haben. Wyniger sagt, er sei seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Möglichkeit gewesen, um «eine schöne Idee» zu realisieren: «In meinem Umfeld gibt es viele junge Menschen, denen ich eine Plattform bieten wollte.»

Ex-Lehrling wird Chefkoch

Einer dieser jungen Menschen heisst Christoph Hartmann. Der in der Branche als Talent gefeierte 28-jährige Koch absolvierte seine Lehre im Restaurant Bel Etage des Teufelhofs und stand die vergangenen Jahre im Landhof Pratteln am Herd. Nun wird er Chefkoch im «Ufer7». Die Geschäftsleitung übernimmt Fabio Gemperli, der auch die Zügel der hippen Weinbar 1777 im Schmiedenhof in der Hand hält. Das «1777» ist ein Tochterunternehmen des Teufelhofs. Wyniger sagt dazu, Gemperli schwebe ein ähnliches Konzept im «Ufer7» vor.

Mit dem Teufelhof soll das neue Restaurant nicht in Verbindung gebracht werden, sagt Wyniger: «Selbstverständlich werden wir Synergien nutzen, etwa beim Einkauf. Sonst aber soll das Restaurant und seine Crew autonom arbeiten können. Ich halte mich da raus und vertraue dem Team.»

In den ersten Monaten soll sich die Mannschaft des «Ufer7» auf die Kulinarik konzentrieren. In einem zweiten Schritt, so Wyniger, würde über ein «Rahmenprogramm» nachgedacht. Ob dies Konzerte oder gar Theateraufführungen sein könnten, darüber schweigt sich der Gastronom aus. Er wird wohl noch mit den Eigentümern des Hauses klären müssen, was möglich ist und was nicht. Die Vorest AG ist in der Basler Immobilienlandschaft eine grosse Nummer. Die Muttenzer Firma verwaltet unter anderem diverse Liegenschaften im Klingental und in der Webergasse.

Mit der Übernahme des Restaurants an der Unteren Rheingasse baut Wyniger seine Macht in der Basler Gastronomieszene aus. Es geht schon fast Schlag auf Schlag: Im November 2015 machte die «Schweiz am Sonntag» publik, dass er gegenüber des Teufelhofs am Leonhardsgraben ein schickes Appartementhotel plant, das 2019 in Betrieb gehen soll. Seit Dezember 2016 braut er zudem sein eigenes Bier, das «1777» eröffnete er im Mai 2015. Nun wird Wyniger mit dem Restaurant Ufer7 erstmals im Kleinbasel präsent sein. Ob er bereits weitere Objekte im Auge hat, will er nicht sagen. Davon ist aber auszugehen.

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