Förderung

Ein neues Musikerwohnhaus für Basel

Umnutzung des Musikerwohnhauses an der Lothringerstrasse 165 in Basel. (Archiv)

Umnutzung des Musikerwohnhauses an der Lothringerstrasse 165 in Basel. (Archiv)

Wohnen und Kultur finden in Basel immer wieder zusammen. Zu den Ermöglichern solcher Projekte gehört die Stiftung Habitat.

Es gibt kaum eine andere Schweizer Stadt, in der Stiftungen so präsent sind wie in Basel. Das bezieht sich nicht nur auf die hohe Dichte, sondern auch auf ihre Sichtbarkeit: Stiftungen wie die Habitat haben sich auf die Fahne geschrieben, in günstigen Wohn- und Arbeitsraum zu investieren.

Dabei erwirbt die Habitat Parzellen und gibt den Boden bevorzugt im Baurecht ab, womit sie der anthroposophischen Ausrichtung nach Rudolf Steiner entspricht. Dabei werden genossenschaftlich organisierte und/oder gemeinnützige Bauträger, die sich alternativen Wohnformen verschrieben haben, berücksichtigt.

Auch wenn Geschäftsführer Klaus Hubmann sagt, dass man keine direkten kulturellen Projekte selber als Hauptträger begleite: Die Stiftung Habitat prägt die Stadtentwicklung im sozialen und im kulturellen Bereich indem sie wichtige Impulse liefert, Bauprojekte möglich macht, die Vorzeigecharakter haben. So wie die Vergabe des oben beschriebenen Baurechts an die Genossenschaft Coopérative d’Ateliers für den Bau eines Wohnatelierhauses.

Ein Herz für Musiker

Das Erlenmattareal ist nur eines von vielen Beispielen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Levedo, die wie die Habitat ebenfalls von der Mäzenin und Roche-Erbin Beatrice Oeri alimentiert wird, wurde der neue Jazzcampus ermöglicht. Dafür hat man an der Utengasse, im Herzen des Kleinbasels, eine alte Maschinenfabrik aufwendig umgebaut und in die modernste Musikschule Europas verwandelt. Diese verfügt über 49 Musikräume, die im internationalen Vergleich luxuriös daherkommen.

Nennenswert ist auch das Musikerwohnhaus an der Lothringerstrasse 165 Ecke St. Louis-Strasse. Dort war einst die Fabrik Levi Fils AG beheimatet, ein Familienunternehmen für Lichtschalter und Steckdosen.

Die Habitat erwarb die Parzelle und wollte die Bausubstanz erhalten. Also liess sie in den Jahren 2006 bis 2010 das 100-jährige Gebäudeensemble von Buol & Zünd Architekten umbauen. Die unbeheizte Lagerhalle wurden in lichtdurchfluteten Wohnraum umgewandelt, insgesamt neun musikerfreundliche, schallgedämpfte Wohnungen erstellt. Experimentelles Herzstück sind zwei Gemeinschaftswohnungen mit je 190 Quadratmeter Wohnfläche, drei Badezimmern und separatem Musikzimmer.

Aktuell beschäftigt sich die Habitat mit einem neuen Musikerwohnhaus, dieses soll just gegenüber dem ersten gebaut werden, auf der Eckparzelle Lothringerstrasse/Beckenstrasse. Es ist Teil des Habitat-Grossprojekts Quartierentwicklung Lysbüchel Süd, auf dem Areal des ehemaligen Coop-Verteilzentrums, wo das St. Johann auf mehr als zwölf Parzellen weiter entwickelt wird.

Genossenschaft an der Grenze

Habitat ist nicht die einzige Stiftung, die solche Projekte unterstützt. Die Edith-Maryon-Stiftung etwa hat das Unternehmen Mitte und die Genossenschaft Grenze realisiert, wo Wohnen und Arbeiten einhergeht. Letztere liegt an der Grenze zu St. Louis, im ehemaligen Goldzack-Fabrikgebäude hinter dem Bell-Areal. Im Jahr 2000 von Kunstschaffenden bezogen, konnte die Genossenschaft 2002 das Haus mit Unterstützung der Stiftung im Baurecht erwerben. Rund 50 in der Genossenschaft Grenze zusammengeschlossene Künstler und Kleingewerbetreibende arbeiten in 37 Ateliers, zirka zehn Personen, darunter etwa der Musiker Roli Frei, leben in den Wohnungen.

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