Containertransport
Ein neues Schiff legt am Rheinhafen an

Frachtraum in Schiffen ist in den letzten Jahren teurer geworden. Die Reedereien reagieren sehr unterschiedlich auf den immer härteren Markt im Containertransport.

Daniel Haller
Merken
Drucken
Teilen
Container im Rheinhafen in Kleinhüningen. (Archiv)

Container im Rheinhafen in Kleinhüningen. (Archiv)

Keystone

Mit dem abflachenden Wachstum des Welthandels wird auch der Containertransportmarkt härter. Um Kosten zu senken, reagieren regionale Player unterschiedlich: So legt heute Morgen erstmals ein neuer Container-Koppelverband, bestehend aus der «Camaro V» und der «Camaro VI» der niederländischen Reederei Dubbelman, in Birsfelden an. Diese betreibt zusammen mit der Birsterminal AG die Tango Shipping Line.

Der neue Koppelverband ersetzt ein Schiff, das Dubbelman bisher gechartert hatte. «Schiffsraum ist in den letzten zwei Jahren teurer geworden», berichtet André Erismann, bei Birsterminal für Container zuständig. Indem die Partner-Reederei nun mit einem eigenen Schiff fährt, gewinne man Planungssicherheit und könne Kosten senken. Der neue Camaro-Koppelverband verfüge über 50 Anschlüsse für Kühlcontainer, wie sie für den Pharma-Export nötig sind.

Die Tango-Linie verkehrt zweimal pro Woche zwischen den Schweizerischen Rheinhäfen und den Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen. «Kunden wünschen möglichst viele Abfahrten pro Woche», erklärt Erismann. Dabei seien die Schiffe am Freitag im Export extrem voll, da dann die Wochenproduktion verschickt wird, aber am Dienstag gebe es freien Frachtraum, der nun besser ausgelastet werden soll.

Fahrgemeinschaft ab Juli

Etwas anders reagieren die Hafenfirma Ultra-Brag, ihre Partner-Reederei H & S Container aus Duisburg und die Reederei Danser, indem sie ab Juli im Oberrhein eine Fahrgemeinschaft bilden. «Wir übernehmen für die Binnenschifffahrt ein Modell, das beispielsweise die beiden grössten Hochsee-Reedereien praktizieren und das in der Luftfahrt gang und gäbe ist», erklärt Kay Metzger, Verkaufs-Chef bei Danser: Man legt die Auftragsvolumen zusammen und vermeidet so, dass Schiffe schlecht ausgelastet verkehren.

«Indem man die Auslastung optimiert, senkt man Kosten. Es kann sein, dass das eine oder andere Schiff überflüssig wird.» Die kundenseitigen Container-Frachtpreise seien innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel gefallen. Zudem habe die Schifffahrt im zweiten Halbjahr 2015 unter dem Niedrigwasser gelitten, was bei gleichen Fixkosten weniger Einnahmen bedeutete. Dies erhöhe den Druck, Kosten zu senken. Zudem erlaube die Bündelung, den Fahrplan auszubauen, also einen kontinuierlicheren Service anzubieten.

Keine Preisabsprachen

Bezogen auf den CO2-Ausstoss macht es Sinn, Schiffe nur ausgelastet fahren zu lassen. Doch bedeutet eine Fahrgemeinschaft auch Preisabsprachen? Metzger verneint: «Wir beschaffen den Schiffsraum gemeinsam und teilen die Risiken. Doch die Verkaufsabteilungen bleiben getrennt.» Jeder der drei Beteiligten pflege seine Spezialitäten. Dies ermögliche andererseits, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern. So betreibe H & S auch Züge nach Strassburg, was bei Problemen auf dem Rhein die Transportsicherheit auch für Danser-Kunden steigere.