Sie sind schon längst Legende, die Lääberli von Seppe-Toni beim Hotel Basel. Kalbs- oder Schweinslääberli, suur, natur, Madère und Calva mit Apfelstückchen … «Seit mehr als 20 Jahren sind wir hier an der Fasnacht, seit 35 auf der Mäss», sagt Seppi, mit vollem Name Joseph Anton Karrer.

Ja das Wetter, das spüre man schon. Aber der Sitzplatz vor dem Hotel Basel ist gedeckt, und dann kommt noch das gedeckte Trottoir dazu – da haben einige Leute Platz. «Es ist ein absolut zentraler Platz», sagt er. «Es hat immer Menschen, die da vorbeikommen. Und wir haben mittlerweile viele Stammgäste.»

Es ist Mittwoch gegen Mittag, es hat sich vor dem Lääberli-Schalter bereits eine Schlange gebildet, Wartezeit: 10 Minuten. Die Hungernden nehmen’s stoisch in Kauf. Etwas weniger gut laufen die Würste, ganz offensichtlich. Alle wollen die Spezialität. «Wir hatten insofern einen Vorteil, da wir der einzige Stand waren, der bis um vier Uhr früh offen hatte», sagt Karrer, der vor 45 Jahren aus dem sankt-gallischen Wil zuwanderte. «Ja, ich habe vielleicht deshalb eine gewisse Wurst-Affinität.»

«Wo ist Toni?»

«Wo ist der Toni?» ruft ein Fasnächtler, der auch nicht zum ersten mal hier landet. «Pensioniert. Vor zwei Jahren ist er ausgestiegen», sagt Seppi. Aha, also deshalb Seppe-Toni.

Auch die Leiter des benachbarten «Chääs Schnitte»-Stands sind zufrieden, auch wenn es in Hinblick auf das Wetter schon ergiebigere Jahre gab. «Am Rümelinsplatz machen viele Cliquen, Guggen aber auch Besuchern eine Pause. Am Abend ist hier grosses Kino.

Mit dem Hotel Basel, das die Getränke verkauft, haben die Standbetreiber ein Abkommen: Das Hotel ist umsatzbeteiligt. Wir gehen davon aus, dass das hier eine wahre Goldgrube ist.

«Eine Katastrophe»

Weiter Richtung Rhein, beim Singerhaus am Marktplatz, betreibt Gabi Horni & Crew seit acht Jahren «Horni’s Würstli Stand». Der Stand verwöhnt seine Gäste jedes Jahr mit einem anderen «Zückerli». Dieses Jahr ist es ein Schokoladenkuchen. Da der Stand durch grosse Schirme gedeckt wird, spürt die Hornis den Einfluss des schlechten Wetters nicht ganz so stark. «Das Spezielle an unserem Stand ist, dass wir zwölf Frauen sind, die hinter der Theke arbeiten», sagt die Tochter von Gabi Horni lachend.

Andere Stände haben einen schwereren Stand. Der «Durscht&Wurscht»-Stand am Fischmarkt spürt das schlechte Wetter dagegen sehr: «Am Montag war es eine Katastrophe. Wir hoffen auf den heutigen Tag», sagt der eine der zwei Leiter. Ihr spezielles Angebot ist ein Steak im Ciabattabrot, das bei den Gästen gut ankommt. Mit dem Standort neben dem Storchenparking sind sie tendenziell zufrieden.

Ein Neuling an der Fasnacht ist der Gulasch-Stand am Eingang der Steinenvorstadt. «Wetterbedingt ist es kein gutes Geschäftsjahr. Die Leute gehen lieber in Restaurants», sagt Charles Hirt, Leiter und Koch des Standes. Doch die Suppe stösst auf gute Reaktionen, da sie ein gutes «Bödeli» gibt. Schade nur, dass die Steinenvorstadt kein Teil der Cortège-Route ist.

Aber auch an Vegetarier wurde gedacht: So können sie am Marktplatz am Eiche-Stand für läppische drei Franken ein Hot Dog Brot inklusive Ketchup kaufen. Ein wahres Schnäppchen.