Die Basler Central-Park-Idee ist nicht alleine. In Nordwestspanien hat das weltbekannte Architekturbüro Foster + Partners einen Wettbewerb gewonnen, um in Ourense (Galicien) einen neuen Hochgeschwindigkeitszugbahnhof zu bauen, gekoppelt mit einem urbanen Park, durch den zwei Ortsteile verbunden werden, die bisher durch die Geleise getrennt waren. Foster + Partners ist unter anderem für den Berliner Reichstag und die Zentrale der Swiss Re in London verantwortlich.

Ungleich grösser als in Basel

Auch im süditalienischen Bari (Apulien) gibt es ein ähnliches Projekt, das allerdings ungleich grösser ist als das Basler Vorhaben. Statt 30 000 Quadratmeter Land wie in Basel soll dort über den Geleisen auf einer Länge von drei Kilometern ein Park von 780 000 Quadratmetern entstehen. Beim Wettbewerb setzte sich Ende April 2013 das italienische Architektenbüro Massimiliano + Doriana Fuksas durch.

Auf beide Vorhaben hatte SP-Nationalrat Beat Jans kurz im Rahmen der Delegiertenversammlung seiner Partei zum Central Park hingewiesen. «Ich wollte der in der Verwaltung vorherrschenden Stimmung, dass das gar nicht geht, etwas entgegensetzen», sagt Jans zur bz.

In Ourense sorgen leichtgewichtige Überdachungen, die wie ein Bogen über die Perrons gespannt sind, für Schatten in Park und Parkeingang. Lineare Öffnungen entlang der Überdachungen lassen Tageslicht in den Bahnhof fallen. Der Hochgeschwindigkeitsbahnhof befindet sich oberhalb der bestehenden Geleise, darunter entstehen Busbahnhof und Parking. Fussgängerwege werden bisher durch Geleise getrennte Quartiere verbinden. Nigel Dancey, Seniorpartner Foster + Partners, lässt sich so zitieren: «Wir freuen uns, dass wir für unser integriertes Design ausgewählt wurden, das Hochgeschwindigkeitszug, Busbahnhof und einen grossen, neuen öffentlichen Raum für die Stadt zusammenbringt.» Ourense hat 107 000 Einwohner.

Tieferlegen war nicht möglich

Mit 313 000 Einwohnern ist Bari, die Hauptstadt Apuliens, erheblich grösser. Die süditalienische Stadt liegt an der Adria. Laut Wettbewerbsausschreibung zu Baricentrale, wie das Projekt heisst, konnten die Geleise wegen der Nähe zum Meer und parallel zur Küste laufender Kanäle nicht tiefer gelegt werden.

Ziel von Baricentrale ist, wie in Ourense und Basel, die Trennung der Stadt in zwei Teile zu überwinden. Ausserdem wird durch den neuen Park eine grosse Lunge entstehen, durch die der Grünanteil für jeden Einwohner von 2,7 auf 5,1 Quadratmeter steigt. Zum Projekt gehören auch die Neugestaltung der öV-Infrastruktur und ein grosses Kulturzentrum. Finanziert werden sollen die öffentlichen Teile des Vorhabens auch durch den Bau und Verkauf von Wohnungen und kommerzielle Nutzung.