Zwei Tage, bevor die Rückrunde der Schweizer Fussball-Meisterschaft beginnt, schreibt der FC Basel erneut negative Schlagzeilen. Für einmal geht es nicht um das Gezeigte auf dem Platz, sondern um das Publikum. Denn wie die «Basler Zeitung» am Freitag publik machte, ist der Verkauf der Jahreskarten beim FCB eingebrochen. Zum ersten Mal seit 2007 (damals verkauft: 19'965) ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres die 20'000er-Marke unterschritten. Die «BaZ» schreibt von 18'000 verkauften Tickets, einem Rückgang von rund 3000 im Vergleich zum Vorjahr, in welchem der FCB 21'157 verkauft hatte.

Aufgrund der Negativ-Schlagzeilen nahm sich FCB-CEO Roland Heri im Anschluss an eine ordentliche Pressekonferenz mit Trainer Marcel Koller und Sportdirektor Marco Streller Zeit, zur Jahreskarten-Thematik Auskunft zu geben. «Wir freuen uns über 19'467 Jahreskartenbesitze», eröffnete Heri sein Votum. Diese Zahl entspricht, wie Heri vorrechnete, «einem Rückgang von etwa 8,4 Prozent» gegenüber dem Jahr 2018. In diesen 19'467 Jahreskarten sind auch jene im Hospitality-Bereich – also in den VIP-Lounges – enthalten. «Es tut uns um jeden einzelnen Fan leid, der sich momentan nicht für den FCB begeistern kann und der nicht im Stadion ist.» Ob man über den grossen Rückgang überrascht war oder gar damit gerechnet hat, beantwortete Heri wie folgt: «Wir haben auf ein positives Ergebnis gehofft. Und darauf, mindestens gleichziehen zu können mit dem letzten Jahr.»

Gründe werden gesucht

Die Gründe für den massiven Rückgang hat man beim FCB noch nicht endgültig eruiert. Man sei dabei, eine Analyse zu erstellen. Für dieses Vorgehen hat der Verein Fans, die die Jahreskarte nicht erneuert hat, angerufen und rund 300 von ihnen erreicht. «Die Gründe sind vielfältig», sagt Heri. Auf der einen Seite sehe er «die viel zitierte Ermüdung vom Fussball, weil man heutzutage sehr viel Fussball konsumieren kann.» Auf der anderen Seite sieht Heri auch die Leistungen auf dem Platz als Ursache. «Der eine oder andere Match war nicht so, wie sich das Publikum das wünscht.»

Während der FCB gegen den Zuschauerschwund kämpft, läuft es bei Meister und Tabellenführer YB auch dort hervorragend: Die Berner haben ein Plus von 7000 Saisonkarten verzeichnen können.