Gesichtserkennung

Ein Scan fürs Gesicht: Der Basler Euro-Airport beschleunigt die Passkontrolle

Bis Ende Jahr sollen im Euro-Airport fünf automatisierte Passkontrollen installiert werden.

Bis Ende Jahr sollen im Euro-Airport fünf automatisierte Passkontrollen installiert werden.

Einfacher, schneller, besser. Der Pass wird aufs Gerät gelegt, einmal kurz in die Kamera geblickt – und schon ist die Passkontrolle erledigt. Lange Warteschlangen vor zu wenigen Zollkabinen sollen am Euro-Airport schon bald der Vergangenheit angehören.

Bis Ende Jahr sollen fünf automatisierte Passkontrollen im Ankunftsbereich installiert werden; nächstes Jahr sollen beim Abflug fünf weitere folgen. «Das System vereinfacht die Abfertigung von Passagieren bei den Passkontrollen und beschleunigt die Passagierflüsse», verspricht EAP-Sprecherin Vivienne Gaskell.

EAP profitiert von Zürich

In den vergangenen Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen verschärft worden, was für die Passagiere ohnehin längere Wartezeiten bedeutet. Im vergangenen Jahr war der Euro-Airport zudem in die Negativschlagzeilen geraten, weil die Passkontrolle chronisch unterbesetzt war. In Spitzenzeiten mussten Fluggäste teilweise stundenlang anstehen. Die Kritik war gross. Nun hat der EAP ein sogenanntes Schnell-Aussengrenzübergangsstellen-System mitsamt automatisierter Gesichtserkennung öffentlich ausgeschrieben. Dann soll alles besser werden.

Der Euro-Airport profitiert von den Erfahrungen aus Zürich, wo die automatisierten Schleusen bereits im Herbst 2017 eingeführt worden sind. Auch die Versuche der beiden Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly wurden genau verfolgt. «Die Erfahrungen aus Zürich sowie der Flughäfen in Paris und Nizza zeigen, dass die neuen Systeme die gesetzten Ziele erreichen», betont Gaskell. In Zürich ist die Nutzung des Scanners freiwillig. Nicht alle Passagiere aber haben auch das Recht auf ein solches Schnellverfahren. Nur wer einen biometrischen Pass besitzt, mindestens 18 Jahre alt und Bürger der Schweiz, der EU oder des Schengen-Raums ist, darf die automatisierte Schleuse passieren.

Der Scanner kann die Bilder der Gesichter speichern und mit Fahndungs- und Informationssystemen abgleichen. Sobald die Passagiere die Kontrolle passiert haben, müssten die Daten aber wieder gelöscht werden. «Der Eidgenössische Datenschutz hat allerdings gar keinen Einblick», wie es dort auf Anfrage heisst. Denn betrieben werden die Geräte von der französischen Grenzpolizei. Damit ist der französische Staat für den Datenschutz verantwortlich.

Der Euro-Airport ist lediglich für Infrastruktur und Finanzierung zuständig, ist aber überzeugt, dass sich der Einsatz lohnt und die Passagierströme künftig effizienter abgefertigt werden können. Das nützt allerdings alles nichts, wenn die Fluglotsen auf dem Euro-Airport wie in dieser Woche streiken.

Autor

Daniel Ballmer

Daniel Ballmer

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