Das Thema «Migration» liegt der Schweizer Bevölkerung auf dem Magen. Dies beweisen die Sorgenbarometer: Das Thema nimmt immer wieder vorderste Plätze ein. Dass in der Integration nicht alles rund läuft, ist klar. Wie dies verbessert werden soll, darüber streiten sich die politischen Parteien. Etwas für die Integration unternehmen will der Sissacher Sabri Dogan. Vor einem halben Jahr gründete er den Verein für Austausch in Sport und Kultur (ASK) Basel. Mit diesem möchte er Ausländer mit Schweizern zusammenbringen und den Austausch zwischen den verschiedenen Ausländergruppen fördern. Dabei steht nicht der Zwang im Vordergrund, wie Dogan erklärt. «Eine verordnete Integration scheitert meist.»

Fussball, Essen und Wandern

Mit einem Jahresbeitrag von 40 Franken kann jede und jeder, «auch Schweizer», wie Dogan betont, Vereinsmitglied werden. So komme man in den Genuss des vielfältigen Kursangebots, das allen frei und meist kostenlos zugänglich ist. In den Sportkursen soll Integration spielerisch gelebt werden: mit Fussball, Basketball und dem Fitnessprogramm Zumba. In der Freizeit mit guter Laune den Draht zu anderen Kulturen spielerisch zu finden, lautet das Grundkonzept des Vereins. Im kulturellen Bereich gehts zusammen ins Kino, zu Kochkursen oder auf Sightseeing-Touren. Zu den bisher beliebtesten Aktivitäten gehört das gesellige Essen unter Freunden, wie es Sabri Dogan nennt. Ob bei einem Vereinsmitglied zu Hause oder in einem italienischen, chinesischen oder indischen Restaurant, Hauptsache es schmeckt und eine bisher fremde Kultur wird neu entdeckt.

Schweizer Werte sollen nicht zu kurz kommen

Natürlich sollen dabei auch die Schweizer Werte nicht zu kurz kommen. Auf Wanderungen erkundet der Verein die Region. Der Anklang sei gross. Entscheidend sei, «dass gemeinsame Interessen in den Vordergrund treten und die kulturelle Herkunft in den Hintergrund.» Das Hobby als Türöffner.
Der Plan ist so simpel wie kompliziert zugleich. Mit einem kleinen Beitrag können Menschen aller Kulturen auf freiwilliger Basis ihren Interessen nachgehen. Integration geschieht fast nebenbei. Sabri Dogan weiss, dass dies kein Selbstläufer wird.

Kampf gegen Hemmungen

Die Schwierigkeit bei der Integration ist immer die Gleiche: «Es gibt Leute, die sich jeglicher Integration verweigern. Diese können auch wir nicht erreichen.» Zudem seien nach wie vor Hemmschwellen vorhanden, sich anderen Kulturen zu öffnen. «Dies kommt sowohl bei Schweizern wie auch Ausländern vor.» Sabri Dogan betont, dass sein Verein staatliche und andere private Integrationsbemühungen keinesfalls torpedieren möchte. Die Idee des vielfältigen Angebots für Jedermann sei neu in der Region Basel. Dogan und seine drei Vorstandskollegen arbeiten ehrenamtlich. Es ist die Motivation für das Gute, die sie antreibt. «Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen», so der Sohn einer Italienerin und eines Türken. Er kennt die Probleme und Ängste der Migranten aus eigenen Erfahrungen. Diese lässt der 41-Jährige in sein Projekt einfliessen und hofft auf langfristigen Erfolg. Denn nur mit solchen Engagements und dem Willen von allen Seiten kann Integration gelingen.