Tramstau
Ein Shopping-Achter und ein normaler Achter am Samstag

Die BVB warten mit einem neuen Massnahmenpaket auf, um die Stauprobleme auf der Tramlinie 8 zu lösen.

Nicolas Drechsler
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Auf der Linie 8 werden samstags testweise zeitliche Pufferzonen eingeführt. (Archiv)

Auf der Linie 8 werden samstags testweise zeitliche Pufferzonen eingeführt. (Archiv)

Kenneth Nars

Lange gibt es ihn noch nicht, den grenzüberschreitenden Achter in Richtung Weil. Und doch wurde über diese Tramlinie in knapp eineinhalb Jahren schon mehr geschrieben als über manch andere, wesentlich ältere. Die Linie 8 leidet vor allen Dingen an Samstagen unter einem beträchtlichen Ansturm von Shoppingwilligen auf dem Weg von und nach Weil am Rhein. Und unter dem Autoverkehr, den andere Einkaufsfreudige provozieren und der den Achter an neuralgischen Punkten ebenfalls zum Warten zwingt. Dadurch kommt es immer wieder zu Verspätungen und teilweise zu Kursausfällen (bz berichtete).

An einigen Tagen, vor allem während der Vorweihnachtszeit, ist der Verkehr auf der Linie sogar komplett zum Erliegen gekommen. Die BVB teilen zwar mit, der Verkehr auf der Linie verlaufe «im Grossen und Ganzen stabil», allerdings sei es schon so, dass die Linienunterbrüche und Verspätungen an gewissen Tagen «nicht mehr akzeptabel» seien. Nun versuchen die BVB der Fahrplanprobleme mit einer Reihe neuer Ideen Herr zu werden.

Aus eins mach zwei

Die spektakulärste Änderung wird erstmals am Ostersamstag ausprobiert, also am 26. März: Der Achter wird dann in zwei Linien aufgeteilt. Die eine verkehrt auf der angestammten Achterlinie von der Neuweilerstrasse bis nach Kleinhüningen und wendet dort. Die andere dagegen fährt über die Grenze, verkehrt aber nur auf der Route Weil am Rhein – Kleinhüningen – Messeplatz – Kleinhüningen – Weil am Rhein. Die Durchmesserlinie inklusive Grenzübertritt ist also an Samstagen Geschichte.

Als erste Massnahme wollen die BVB aber Zeit gewinnen. Und zwar, indem sie die einkalkulierte, die planmässige Fahrzeit zwischen der Endstation in Weil am Rhein und Kleinhüningen um siebeneinhalb Minuten verlängern. So sollen Verspätungen auf diesem Abschnitt einfacher ausgeglichen werden können, wie die BVB mitteilen. Für die drei Tramstationen steht damit nun etwa doppelt so viel planmässige Fahrzeit zur Verfügung wie bis anhin.

Am anderen Ende der Linie, also an der Neuweilerstrasse, erhält der Fahrplan ebenfalls einen Zeitpuffer. Dort wird zukünftig eine zehnminütige Pause eingeplant, von der sich die BVB eine «Fahrplanstabilisierung» erhoffen. Diese beiden Massnahmen sollen am 27. März eingeführt werden und sind ebenfalls nur an Samstagen wirksam.

Vorerst nur Testbetrieb

Eine externe Massnahme, von der sich die BVB ebenfalls eine Erleichterung erhoffen, ist eine Dosieranlage für den Autoverkehr in Weil-Friedlingen, die die Stadt Weil dort plant. Damit soll der neuralgische Verkehrskreisel besser reguliert werden können, wo sich der Verkehr bis anhin regelmässig hoffnungslos verkeilte.

Alle Massnahmen wurden gemeinsam mit dem kantonalen Amt für Mobilität ausgearbeitet und haben gemäss BVB vorerst nur den Charakter eines Versuchsbetriebs.

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