Bobadilla geriet am Mittwochnachmittag im Innerortsbereich in eine Radarkontrolle. Die Polizisten, welche das Gerät bedienten, setzten darauf eine Patrouille der Kantonspolizei auf den Raser an. Diese stoppte ihn im benachbarten Greilingen und nahm ihm den Führerausweis ab. Diesen wird er frühestens in zwei Jahren zurückbekommen. Im Ausland darf der 26-jährige Argentinier aber weiter Auto fahren.

Bobadilla der Raser muss mit Konsequenzen rechnen.

Bobadilla der Raser muss mit Konsequenzen rechnen.

Seinen Maserati musste Bobadilla auch gleich stehen lassen. Das Fahrzeug wurde gemäss Angaben einer Sprecherin der Solothurner Kantonspolizei sichergestellt. Ob es beschlagnahmt wird, werde die Staatsanwaltschaft entscheiden. Dort ist das Dossier Bobadilla aber noch nicht eingetroffen.

Laut den am 1. Januar in Kraft getretenen, neusten Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes kann die Behörde bei besonders krassen Raserfällen das Auto einziehen und verwerten. Dies heisst, dass der Sportwagen verkauft wird und dass damit teilweise die Verfahrenskosten gedeckt werden.

Yakin ist «persönlich sehr enttäuscht»

Bereits reagiert hat der FC Basel. Die Club-Führung nahm am Freitagnachmittag an einer Medienkonferenz Stellung zu Raúl Bobadillas Raser-Vergehen.

FCB-Trainer Murat Yakin fand dabei deutliche Worte: «Mich persönlich enttäuscht es sehr.» Yakin lässt seinen Worten Taten folgen. «Boba wird heute und morgen nicht mittrainieren.»

Damit wird Bobadilla am Samstag gegen den FC Lausanne nicht im Kader stehen.

Disziplinarkommission einberufen

Der FCB hat klubintern eine Disziplinarkommission organisiert. Sie besteht aus dem Dreier-Team des Sportdirektors George Heitz, dem FCB-Präsident Heusler und Trainer Murat Yakin.

Das ist für Bobadilla nur der Vorgeschmack von dem, was noch kommen wird. Der Argentinier wird sich für seine Raserei zudem vor Gericht verantworten müssen. Es droht ihm laut Artikel 90 des Strassenverkehrsgesetzes eine Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren. Der Richter hat aber die Möglichkeit, die Strafen bedingt auszusprechen. «Das ist Ermessenssache der Richter», sagt Stefan Krähenbühl, Sprecher von Roadcross.

Dabei dürfte auch das Strafregister des Rasers eine Rolle spielen. Bobadilla hat als Autofahrer nämlich eine Vergangenheit. In Mönchengladbach wurde er mit 1,1 Promille am Steuer aus dem Verkehr gezogen. «Eine solche Vergangenheit sollte entsprechend gewichtet werden», sagt Krähenbühl. Für den Roadcross-Sprecher ist denn auch klar: «Ein solch rücksichtsloser Raser gehört mit aller Härte bestraft». Was Bobadilla am hellichten Tag gemacht habe, sei eine krasse Gefährdung von Menschenleben, so Krähenbühl.

Sogar in den Knast?

Ob es soweit kommt? Bis heute gibt es erst ein Raserurteil nach neuem Gesetz. In Brugg wurde Mitte Juni ein 23-jähriger Mann, der mit 146 km/h über den Bözberg gerast ist, zu 18 Monaten bedingt und zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 80 Franken sowie zu einer Busse von 2400 Franken verdonnert. Es war kein sehr strenges Urteil.

Nimmt man dieses zum Massstab, dann muss Bobadilla, der beim FCB pro Jahr rund 1,5 Millionen Franken verdient, mit einer Busse von mehreren Hunderttausend Franken rechnen. Krähenbühl hofft, dass die Richter den bekannten Fussballer hart anpacken, um so eine klares Zeichen zu setzen. In diesem Fall muss der FCB-Stürmer dann wohl in den Knast. (rsn/sda)